Spotify & Co

Umsätze mit Audiostreaming überholen 2020 den Radiowerbemarkt

Musikstreaming ist vor allem bei jungen Nutzern populär
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Musikstreaming ist vor allem bei jungen Nutzern populär
Die Umsätze von Amazon Music, Spotify & Co. steigen rasant. Bereits 2020 werden Audio-Streamingdienste mit kostenpflichtigen Abos mehr Umsatz erzielen als alle deutschen Radiosender zusammen. Das geht aus einer aktuellen Prognose des Berliner Marktforschungsunternehmens Goldmedia hervor. 
Demnach werden Spotify & Co. in diesem Jahr bereits Abo-Erlöse in Höhe von rund 656 Millionen Euro erzielen. Das entspricht rund 80 Prozent der Nettowerbeerlöse der deutschen Radiosender von aktuell rund 794 Millionen Euro. Im kommenden Jahr werden sich die Umsätze der beiden Audio-Märkte in etwa auf Augenhöhe bewegen (Streaming: 783 Mio. Euro / Radio: 803 Mio. Euro), 2020 wird der Markt für Audiostreaming mit Abo-Erlösen in Höhe von voraussichtlich 935 Millionen Euro den nur noch langsam wachsenden Radiomarkt dann hinter sich lassen. Dabei sind in der Prognose die Werbeerlöse von Audio-Streamingdiensten noch gar nicht berücksichtigt. 
2020 werden Spotify & Co. in Deutschland mehr Umsatz erzielen als die Radiosender
© Goldmedia
2020 werden Spotify & Co. in Deutschland mehr Umsatz erzielen als die Radiosender
"Obwohl der klassische Hörfunk und Abo-Streaming-Dienste jeweils eigene Märkte sind und sich aus verschiedenen Erlösquellen speisen, konkurrieren sie doch oft um das gleiche Gut – die Aufmerksamkeit der Hörer", sagt Goldmedia-Geschäftsführer Klaus Goldhammer. "Radio bietet kostenlos Musik und Moderation, lokale Informationen und den 'besten Mix der größten Hits'. Audiostreaming-Dienste haben Millionen von Titeln on demand, bieten eigene Playlists, personalisierte Empfehlungen neuer Titel, immer mehr Podcasts und Wortbeiträge und sind – bei einem Abo – zudem werbefrei." 


Laut der jüngsten ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen aktuell 27 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren mindestens einnmal in der Woche Musik-Streamingsdienste. Bei den jungen Nutzern von 14 bis 29 Jahren sind es sogar 69 Prozent. 

Die Prognose von Goldmedia basiert auf historischen Daten des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. (BVMI) zur Umsatzentwicklung digitaler Musikverkäufe und auf Branchendaten des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zur Entwicklung des Nettowerbeumsatzes im Hörfunk in Deutschland. Für den Radio-Werbemarkt hat Goldmedia ein durchschnittliches jährliches Wachstum von zehn Prozent zugrundegelegt. dh
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