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Goldbach vermarktet digitale Werbung in Malls
Goldbach
Goldbach Germany

Auf einen Schlag die Nummer zwei

Goldbach vermarktet digitale Werbung in Malls
Das Unternehmen hat derzeit einen ziemlich guten Lauf: Anfang Januar sicherte sich der Bewegtbild-Vermarkter Goldbach Germany die exklusiven Vermarktungsrechte für das Digital-Out-of-Home-Inventar von Visual Arts in Deutschland. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter.
von Vera Günther Donnerstag, 21. November 2019

Das Portfolio von Visual Arts umfasst unter anderem Screens in 15 Einkaufszentren, wodurch Goldbach seinen Mall-Channel auf über 80 Shoppingcenter ausbauen kann. Gleichfalls im Januar schlossen die Unterföhringer eine ebenfalls exklusive Vermarktungskooperation mit Cittadino. Die Tochter der Tank-&-Rast-Gruppe verfügt über mehr als 10.000 digitale Werbeflächen an Autobahnen, Flughäfen, Einkaufszentren und in Innenstädten. Im Mai ging zudem die Door-Show an den Start. Die nationale Vermarktung der Werbung auf den Türen von Schindler-Aufzügen liegt gleichfalls bei Goldbach Germany. Die patentierte Door-Show ist ein neu entwickeltes Werbe- und Informationsmedium für Aufzugstüren vor allen Dingen in Hotels, aber auch in Parkhäusern, Flughäfen, Einkaufszentren oder Bürogebäuden. Ein netzwerkfähiger Laser-Projektor bespielt dabei die Außenflächen von Aufzugstüren mit Werbebotschaften und ortsbezogenen Informationen. Im August kamen schließlich die Werbeplätze des "KING Channel" hinzu – die mehr als 1100 Bildschirme in den rund 500 deutschen Filialen von Burger King. Betrieben wird das Instore-TV vom Münchner Medienunternehmen Piranha. Zuletzt gewann die Goldbach die Außenflächen des Centro in Oberhausen hinzu, Europas größtem Einkaufszentrum.



Mit nun 600 Millionen Kontakten pro Monat katapultierte sich Goldbach Germany auf einen Schlag auf Platz zwei im Ranking der deutschen DOOH-Vermarkter. Die hundertprozentige Tochter der Schweizer Goldbach Group vermarktet digitale Screens im öffentlichen Raum an 10 verschiedenen Touchpoints. Dazu gehören die reichweitenstarken, nationalen Netze AIRPORT, AUTOBAHN, MALL, KING ebenso wie die Zielgruppen, Orts- oder Nutzungsorientierten Netze ROADSIDE, HOTEL, ACTIVE, LOCAL, PRESS & BOOKS und TAXI. "Somit lassen sich mit unserem Portfolio sehr unterschiedliche Zielgruppen erreichen", sagt Claudia Zayer, Unit-Leitung DOOH bei Goldbach Germany. Mit unserem mittlerweile 80 Einkaufscenter umfassenden MALL Channel erreichen wir beispielsweise die shopping-orientierten Bevölkerung direkt am Point of Sale, insgesamt über 48 Millionen Werbemittel-Kontakte pro Woche."
Goldbach-Werbung in Sanifair-Waschräumen bei Tank & Rast
© Goldbach
Goldbach-Werbung in Sanifair-Waschräumen bei Tank & Rast
Mit dem KING Channel in Burger King-Filialen spricht der Vermarkter hingegen überwiegend jüngere Generationen an. Besonders stark sieht Robert Stahl, Managing Director Goldbach Germany, sein Unternehmen aber bei der Zielgruppe der Business Reisenden. „Wir begleiten den Geschäftsreisenden über die gesamte Customer Journey hinweg: Von der DoorShow in erstklassigen Hotels, in Taxen sowie auf den Autobahnen oder mit unserem neuen Produkt ,Gate TV' an den größten Flughäfen Deutschlands und schließlich verlängern wir die die Kampagne dann noch mit Inflight Wifi bis ins Flugzeug.“

Auch das gehört zum guten Lauf des Jahres 2019: Seit Juni hat Goldbach Germany das Angebot von Lasker Cross-Media im Programm. Die Österreicher sind spezialisiert auf Inflight-Marketing und Werbung im Inneren sowie an der Außenfläche von Passagierflugzeugen. Die Kooperation mit Goldbach beinhaltet die Werbeflächen im Inflight-Entertainment-System von sechs Fluglinien mit mehr als 200 Flugzeugen und einer potenziellen Reichweite von über 1,2 Millionen Ad Impressions pro Woche. Die Verknüpfung von DOOH und Smartphone geht bei Goldbach übrigens auch zeitgleich. Goldbach SynchScreen, das der Bewegtbildexperte zusammen mit seiner Schwester, dem Mobile-Marketing-Anbieter Jaduda betreibt,  verbindet Digital-out-of-Home- und Mobile-Kampagnen. Basierend auf der DOOH-Kampagne schaltet Goldbach dazu im Sichtumfeld des gebuchten Screen ein dazu passendes Mobile Ad.

Homogenes System entstanden

Neue Vermarktungsmandate ziehen immer auch eine aufwändige technische Integration nach sich. Frank Möbius, Managing Director von Goldbach Germany bereitet das allerdings keine schlaflosen Nächte. Man sei voll im Plan. "Aus unseren unterschiedlichen Angeboten im Portfolio ist ein homogenes System entstanden: mit einheitlicher technischer Infrastruktur, gleichen Buchungsmöglichkeiten, Tarifen und Messmethoden. Unsere Medien sind über den klassischen Buchungsweg alle regional nach Standort und zeitlich nach Zeitschienen á 3 Stunden buchbar." Programmatische Buchungen, so der Goldbach-Gechäftsführer seien noch deutlich flexibler und können je nach Briefing auch auf Screenebene und deutlich verkürzte Zeiteinheiten gebucht werden.
Bei der Anbindung der Screens an die programmatischen Plattformen schreitet der Vermarkter mit Sieben-Mailen-Stiefeln voran: "Derzeit sind die Airports, ein Großteil unserer Malls, das Autobahn Netzwerk und die DoorShow programmatisch buchbar", sagt Stahl. "Unser System ist mit allen gängigen CMS Systemen kompatibel, was einmalig im deutschen DOOH Markt ist." Weitere Netze, unter anderem der KING Channel, sind im Roll-Out und sollen sukzessive an den Goldbach-Adserver angebunden werden. Ziel sei, bis Ende des Jahres alle Touchpoints im Portfolio programmatisch ansteuerbar zu machen. Wie das grundsätzlich technisch funktioniert, hat Goldbach in einem Erklärvideo zusammengefasst.
Dass das aber auch in der Praxis funktioniert, war unlängst unter anderen an den Flughäfen Hamburg und in Berlin in Schönefeld und Tegel zu bewundern. Im September warb der Europa-Park dort zusammen mit Langnese in einer programmatisch-dynamisch ausgesteuerten Kampagne auf den Medien des AIRPORT Channel und des AUTOBAHN Channel. Die Ausspielung an den Flughäfen erfolgt in Echtzeit basierend auf den Daten der jeweiligen Flüge nach Basel, Karlsruhe und Stuttgart. Neben der automatischen Ausspielung an den Standorten wurden auch die Werbebotschaften mit Hilfe von Daten für die Zielgruppe dynamisch kreiert.


Zukünftig will Goldbach verstärkt auf dynamische Echtzeitdaten setzen, die der Vermarkter über Wifi-Tracker und Mobilfunkdaten generiert und Unternehmen zu Planungszwecken zur Verfügung stellen möchte. Die Unterföhringer arbeiten hier auch in enger Kooperation mit dem Digital Media Institut (DMI) und beteiligen sich an der neuen Trackingwährung, die der DMI derzeit mit einigen Marktpartnern – unter anderem Goldbach und Cittadino – testet. "Wir sehen in den gewonnenen Daten und daraus resultierenden Planungsmöglichkeiten einen zentralen Meilenstein für die gesamte digitale Außenwerbung", sagt Stahl.

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