Gleichstellung

Axel Springer will Frauenanteil in Führungspositionen auf 40 Prozent erhöhen

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Springer-Personalvorstand Julian Deutz will mehr Frauen in Top-Positionen
© Axel Springer
Springer-Personalvorstand Julian Deutz will mehr Frauen in Top-Positionen
Axel Springer will mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Nachdem der entsprechende Anteil zuletzt wieder leicht gesunken war, legt der Berliner Medienkonzern nun eine Frauenquote von 40 Prozent in Führungspositionen bis 2026 fest. Die einzelnen Unternehmensbereiche sollen eigene Frauenquoten definieren. 

Bislang hatte Springer einen Anteil von Frauen in Führungspositionen von 30 Prozent angestrebt. Mit der nun erhöhten Zielvorgabe wolle man "klare Akzente gegen eine zuletzt wieder leicht rückläufige Geschlechterverteilung setzen", teilte das Unternehmen bei einem internen Streaming-Event zum Thema Inklusion und Diversität mit. Außerdem arbeite das Unternehmen an Maßnahmen "zur besseren Sichtbarkeit und Repräsentation von Menschen nicht-binären Geschlechts".


Außerdem sollen die einzelnen Unternehmensbereiche eigene Ziele für Frauen in Führungspositionen festlegen. Als Zielkorridor gilt dabei "aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen und Rahmenbedingungen" ein Frauenanteil zwischen 30 bis 50 Prozent. Wie hoch der Anteil von Frauen in Führungspositionen aktuell ist, teilte Springer nicht mit.

"Als Arbeitgeber können wir nur dann weiter erfolgreich und attraktiv sein, wenn wir das bestmögliche Umfeld für Vielfalt schaffen, insbesondere in leitenden Funktionen. Denn nur so verändern wir die Perspektive, öffnen den Horizont für neue, kreative Lösungen – und schaffen die Basis für größeren und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg", betont Julian Deutz, Vorstand Personal und Finanzen bei Axel Springer: "Langfristig ist unser Ziel klar: Wir wollen, dass das Geschlechterverhältnis bei Axel Springer jenes der Bevölkerung reflektiert. Durch unseren Kulturwandel konnten wir dabei bereits Erfolge verbuchen, nun etablieren wir ambitioniertere Ziele, um den Weg zu einer diverseren Unternehmensgruppe klarer voranzutreiben." 

"Die beschlossenen Zielvorgaben für mehr Diversität im Management schärfen unseren Fokus und erlauben uns, den Schwerpunkt voll auf die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zu legen", ergänzt Sandra Subel, Head of Global Diversity & Inclusion: "Uns ist bewusst: Die Geschlechtervielfalt ist innerhalb der Axel-Springer-Gruppe unterschiedlich stark ausgeprägt und das Geschlecht stellt nur eine Dimension von Diversität dar. Daher haben wir gemeinsam mit unseren Units parallel ein ganzheitliches Strategieprojekt angestoßen – mit dem übergreifenden Ziel, die Diversität und das Zugehörigkeitsgefühl unserer Mitarbeitenden zu Axel Springer noch stärker auszubauen." 
Alexandra Würzbach, Julian Reichelt
© imago / Wiegand Wagner, Norbert Schmidt
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Julian Reichelt kehrt an die Bild-Spitze zurück / Alexandra Würzbach wird Co-Chefredakteurin

Die Befragungen sind beendet. Der Abschlussbericht der Kanzlei Freshfields liegt vor, der Vorstand von Axel Springer hat entschieden. Die Freistellung von Julian Reichelt als Bild-Chef sind aufgehoben. Am Montag kehrt er auf seinen Posten zurück. Er teilt ihn künftig gleichberechtigt mit Alexandra Würzbach, die sich insbesondere um Personal und Redaktionsmanagement kümmern wird.

Noch im Frühjahr hatte Springers Flaggschiff Bild für negative Schlagzeilen in eigener Sache gesorgt. Bild-Chefredakteur Julian Reichelt wurde im Zusammenhang mit sexuellen Beziehungen zu mehreren Kolleginnen Machtmissbrauch vorgeworfen, der Chefredakteur wurde zeitweise freigestellt, seine Zukunft bei Springer schien ungewiss. Nachdem die Vorwürfe intern und mit Hilfe einer Anwaltskanzlei aufgearbeitet wurden, durfte Reichelt auf seinen Posten zurückkehren - allerdings mit weniger Befugnissen als zuvor - und einer Frau als gleichberechtigter Chefredakteurin an seiner Seite. dh

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