Gleichberechtigung

Pro Quote beklagt zu wenige Medienfrauen in Führungspositionen

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Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Medienbranche ist weiterhin gering
© Gerd Altmann auf Pixabay
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Medienbranche ist weiterhin gering
Frauen sind in journalistischen Chefpositionen deutscher Medienhäuser nach Aussagen des Vereins Pro Quote Medien weiterhin deutlich in der Unterzahl. Die seit 2012 existierende Organisation fordert, dass 50 Prozent der Topjobs mit Frauen besetzt werden und listet regelmäßig in vom Bund unterstützten Berichten den Machtanteil von Frauen in den Medien-Chefetagen auf. Am Montag legte der Verein eine neue Übersicht zu Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichtenagenturen, Zentralredaktionen und Onlinemedien vor.

Die Zahlen beziehen sich auf 2022, Grundlage sind vor allem Angaben des jeweiligen Impressums. Betrachtet wurden unter anderem 97 Regionalzeitungen, 10 überregionale Zeitungen und Zeitschriften (Leitmedien), mehr als 60 Publikumszeitschriften und 100 journalistische Online-Seiten. 


In der Studie heißt es im Fazit: "Betrachtet man ausschließlich die Chefredaktionen aller Presse- und Onlineangebote, so liegt der Frauenanteil bei den Zeitschriften mit 39,5 Prozent am höchsten." Dahinter liegen demnach Onlinemedien, Agenturen und Zentralredaktionen. Am schlechtesten schneiden laut Studie Regionalzeitungen in diesem Bereich ab. 9 der 97 ausgewerteten Regionalzeitungen leiten heute ausschließlich Chefredakteurinnen. Ein Gesamtergebnis, das alle unterschiedlichen Medien einbezieht, nannte Pro Quote Medien nicht. 

Die Vorsitzende von Pro Quote Medien, Edith Heitkämper, fasste das Ergebnis so zusammen: "Wir sehen, dass in einigen Medienhäusern schon große Fortschritte erreicht worden sind. Das stimmt uns optimistisch." Dennoch sei erschreckend, wie weit manch andere Medien von einer Parität, einer gleichberechtigten Chance für Frauen in Führung, noch entfernt seien. dpa

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