Radiovermarkter

Matthias Wahl und Alexander Sempf verlassen RMS

RMS-Geschäftsführer Matthias Wahl
© HORIZONT / Mara Monetti
RMS-Geschäftsführer Matthias Wahl
Die Gesellschafter der RMS müssen nach einer neuen Geschäftsführung suchen. Matthias Wahl und Alexander Sempf verlassen den Hamburger Radiovermarkter. Wahl, Sprecher der Geschäftsführung, wird spätestens mit Auslaufen seines Vertrages im April 2020 gehen, Vermarktungschef Sempf mit Ende seines Vertrages Ende 2020. Der größte deutsche Radiovermarkter hat damit ein doppeltes Problem.
Offiziell verlässt Wahl, der die Aufgaben 2017 von Florian Ruckert übernommen hat, den Vermarkter planmäßig. Sein Engagement sei von Anfang an auf drei Jahre ausgerichtet gewesen. Aufsichtsratschef Kai Fischer betont, dass die Gespräche über die Vertragsverlängerung planmäßig ein Jahr vor Ende des Vertrages geführt wurden und man Wahl nicht habe zum Bleiben überreden können. Hinter den Kulissen soll es aber dem Vernehmen nach immer wieder rumort haben. Wahl soll sich schwer getan haben, die Gesellschafter für seine Strategie zu begeistern.


Wahl will sein Vertrag bis zum Ende erfüllen, gleiches gilt für Sempf. Die RMS steht derzeit exzellent da. Der Vermarkter konnte vom aktuellen Audioboom profitieren und die Erlöse in den vergangenen Jahren stetig steigern. Wahl, der auch Präsident im Digitalverband BVDW ist, hat wichtige Projekte wie die DMP für Audio angeschoben und hohen Druck aufgebaut, um die Digitalisierung des Vermarkters schnell voranzutreiben. Damit soll er im Gesellschafterkreis nicht immer auf Begeisterung gestoßen sein. Es gibt nicht überall Konsens darüber, in welchem Tempo und Umfang sich der Vermarkter digital aufstellen muss, dessen Erlöse aus dem UKW-Geschäft immer noch sprudeln. 

Sempf ist seit fast acht Jahren bei der RMS und hat die Geschäftsführung 2011 in turbulenten Zeiten zeitgleich mit Florian Ruckert übernommen. Gemeinsam war es den beiden gelungen, Ruhe in das Unternehmen zu bringen. Ruckert war im Juni 2017 ausgeschieden. Sempf, der für das neuralgische Vermarktungsgeschäft zuständig ist, wurden seinerzeit Ambitionen nachgesagt, das Sprecheramt bei RMS zu übernehmen. Stattdessen holten die Gesellschafter jedoch Wahl. Fischer betont, dass Sempf aus Gesellschaftersicht ein guter Nachfolger für Wahl gewesen sei, jedoch nicht zur Wahl stehe. Sempf will nach seinem Ausscheiden 2020 ein Jahr Sabbatical machen und sich dann neue Aufgaben suchen.


Nach jetzigem Stand will RMS an der Doppelspitze festhalten. Die Aufteilung in einen Zuständigen für Vermarktung und einen Sprecher, der auch den wichtigen Draht zu den Gesellschaftern hält, hat sich bewährt. Die Suche wird jedoch nicht einfach sein.  pap
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