Artikel anhören
Reporter-Legende Gerd Ruge 2013 auf der Lit.cologne Spezial in Köln
© IMAGO / Horst Galuschka
Reporter-Legende Gerd Ruge 2013 auf der Lit.cologne Spezial in Köln
Der langjährige ARD-Korrespondent und Reporter Gerd Ruge ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 93 Jahren in München, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Samstag mitteilte. Ruge berichtete viele Jahre als Korrespondent aus Ländern wie Russland und den USA. Er galt als Reporter-Legende.
Der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Tom Buhrow sagte: "Gerd Ruge gehört zu den großen Reporterpersönlichkeiten der ersten Stunde. Profunde Analysen, präzise Interviews und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge leicht verständlich zu erklären, das zeichnete ihn aus." Er sei ein wertvoller Zeitzeuge wichtiger politischer Ereignisse im In- und Ausland gewesen. "Unvergessen bleiben seine zahlreichen Auslandsreportagen und Reiseberichte. Das Publikum hat ihn dafür geliebt", ergänzte Buhrow. Für viele nachfolgende Generationen von Journalistinnen und Journalisten sei er Vorbild und Orientierung gewesen.

Ruge wurde am 9. August 1928 in Hamburg geboren. Seine berufliche Laufbahn ist vor allem von seiner Tätigkeit für die ARD geprägt. Der WDR-Journalist war in unterschiedlichen Positionen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig. Einige Stationen: Ruge war der erste deutsche Journalist in Jugoslawien (ab 1950) und der erste ARD-Korrespondent in Moskau (ab 1956). In den 60er-Jahren, von 1964 bis 1969, als das Fernsehen zum Massenmedium wurde, berichtete Ruge weiter für die ARD aus Washington. Anfang der 1970er Jahre übernahm der ARD-Chefkorrespondent die Leitung des Bonner WDR-Studios. Für einige Jahre war er in den 1970ern für die Tageszeitung Die Welt in China tätig, danach arbeitete er wieder für die ARD.

Seine jüngeren Reisereportagen für den WDR "Gerd Ruge unterwegs" sind legendär, heißt es beim WDR: "Das hellblaue Hemd, die beige Hose und, ja, auch die etwas vernuschelte Sprache werden zu seinen Markenzeichen. Ist Gerd Ruge im Fernsehen, fühlen viele sich gut aufgehoben und folgen ihm gern bis ans Ende der Welt."

Auf Twitter äußerte sich am Samstag unter anderem Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, zum Tod von Gerd Ruge. "Ich habe viel gelernt von ihm und später durfte ich einige seiner Auslandsdokus betreuen. Da geht ein ganz Großer!", zitiert sie der Spiegel.

Anlässlich des Todes von Gerd Ruge ändert der WDR am Samstag, 16. Oktober, das Programm: Um 21.45 Uhr sendet das WDR Fernsehen die lange Gerd Ruge Nacht „In 80 Jahren um die Welt“ und im Anschluss eine seiner letzten Reportagen „Gerd Ruge unterwegs – Sommer am Colorado“.
    stats