Fußball-WM

Was das Vorrunden-Aus für ARD und ZDF bedeutet

ARD-Moderator Alexander Bommes (re.) und Experte Thomas Hitzelsperger
SWR/Alexander Kluge
ARD-Moderator Alexander Bommes (re.) und Experte Thomas Hitzelsperger
Auch für ARD und ZDF und deren Vermarkter ist das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM eine schlechte Nachricht. Nach außen hin geben sich die ARD-Werbung Sales & Services und das ZDF-Werbefernsehen indes gelassen. Für die Kunden sei die WM "noch immer ein Fest". 
Klar ist: Auch ohne deutsche Beteiligung erzielen Das Erste und das ZDF mit der Übertragung der Fußball-WM immer noch Reichweiten, die weit über dem normalen Niveau liegen. In der Vergangenheit sind die Einschaltquoten bei den Spielen der deutschen Mannschaft in der K.O.-Phase allerdings noch einmal deutlich angestiegen. Das Achtelfinale wäre im Ersten gelaufen, das Viertelfinale im ZDF.

"Das frühe Ausscheiden ist aus unserer Sicht sehr bedauerlich", sagt Thomas Wiggert, Sprecher des ZDF-Werbefernsehens. "Ein Viertelfinale mit deutscher Beteiligung wäre im ZDF zur Ausstrahlung gekommen. Für diesen Fall lagen uns schon zahlreiche Optionsbuchungen vor, die jetzt hinfällig geworden sind. Ob der Kunde das freigewordene Geld in andere Spiele investiert oder komplett auf Buchungen im WM-Umfeld verzichtet, liegt in seiner eigenen Verantwortung." 

Die meisten Werbekunden hatten zunächst ohnehin nur bis zur Gruppenphase geplant. Zu massenhaften Stornierungen dürfte es also nicht kommen. Einbußen müssen die Vemarkter aber trotzdem hinnehmen, da sie bei den Spielen ohne deutsche Beteiligung nicht die Spitzenpreise aufrufen können wie bei K.O.-Spielen der deutschen Elf. "Kunden, die dieses Umfeld gebucht haben, werden durch uns kontaktiert. Hier haben Kunden die Möglichkeit auszusteigen oder eine Umbuchung auf ein Spiel ohne deutsche Beteiligung zum Tarif der Spiele ohne deutsche Beteiligung vorzunehmen", erklärt ZDF-Mann Wiggert. Die Reichweiten seien aber immer noch hervorragend: "Selbst wenn es jetzt zu einem kleinen Abschwung bei den Quoten käme, wäre die WM für unsere Kunden noch immer ein Fest. Bei Spielen ohne Deutschland wurden durchschnittlich über 5 Millionen Zuschauer in den Werbeinseln erreicht, der TKP lag bei niedrigen 10 Euro, solche Werte suchen ihresgleichen." 

Ähnlich äußert sich die ARD: "Der bisherige WM-Verlauf zeigt ja auch bei den Spielen ohne deutsche Beteiligung, dass das Zuschauerinteresse immens ist", betont Uwe Esser, Geschäftsleiter TV der ARD-Werbung Sales & Services. "Wir hatten allein bei den Spielen im Ersten bei den Männern einen Marktanteil von 53,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Bei der EURO 2004, als das deutsche Team ebenfalls in der Gruppenphase scheiterte, gab es in den Viertelfinal-, Halbfinal- und den Finalspielen Durchschnittsreichweiten zwischen 13 und 25 Millionen Zuschauern. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Reichweiten und die Marktanteile der anstehenden K.O.-Runde auf einem sehr hohen Niveau bleiben werden." 

An der Programmplanung im Ersten werde sich nichts ändern, erläuterte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte auch für die Zahl der Experten, die für die WM im Einsatz sind. "Vor Ort werden wir reduzieren: Die ARD wird ihren Ü-Wagen, der für die Übertragung der deutschen Spiele benötigt wurde, und den Großteil von Produktion, Technik und Redaktion im Deutschen Quartier aus Russland abziehen, auch Gerhard Delling", so Balkausky. 

Auch das ZDF reagiert auf das Ausscheiden des deutschen Teams nach dem 0:2 gegen Südkorea. Ob und in welchem Umfang es Sendezeitverkürzungen geben werde, sei noch offen, teilte der Sender mit. "Natürlich wird ein Teil der Kollegen aus Russland abgezogen – das ist nach der Vorrunde allerdings normal, da es ja weniger Spiele in der WM-K.O.-Phase gibt." Außerdem sei nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft die Berichterstattung aus dem deutschen Team-Quartier in Watutinki bei Moskau beziehungsweise aus dem Umfeld der Nationalmannschaft natürlich obsolet. dh/dpa

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