Fußball-Bundesliga

DFL verteilt TV-Milliarden neu und prüft Einstieg von Investoren

   Artikel anhören
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
© DFL
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat bei der Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am Montag einen neuen Verteilerschlüssel für die TV-Erlöse beschlossen. Außerdem gab die DFL bekannt, sich intensiver mit dem Einstieg von internationalen Finanz-Investoren beschäftigen zu wollen.
Die TV-Milliarden werden künftig etwas gleichmäßiger unter den 36 Clubs der Bundesliga und 2. Liga verteilt. Bei der Neuregelung des Verteilerschlüssels der rund fünf Milliarden Euro an Vermarktungs-Einnahmen wolle die Deutsche Fußball Liga in den kommenden beiden Spielzeiten vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern, sagte Liga-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag in Frankfurt am Main. In den beiden Jahren danach solle dann der Leistungsgedanke, die Nachwuchsförderung und das Interesse an den jeweiligen Clubs etwas stärker gewichtet werden.

Basis für die Ausschüttung aus der Vermarktung der nationalen Medienrechte in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 ist ein neues Vier-Säulen-Modell. Die Kategorie "Gleichverteilung" macht in den ersten beiden Jahren 53 Prozent der Einnahmen aus, danach sind es noch 50 Prozent. Die Leistung der vergangenen fünf Spielzeiten wird zunächst mit 42 Prozent, dann mit 43 Prozent gewichtet. Die Restsumme speist sich laut DFL aus den Säulen "Nachwuchs" und "Interesse".

Auch die internationalen Erlöse werden nach einem neuen Schlüssel verteilt, der den jüngsten Streit unter den Clubs beenden soll. "Die Spreizung wird garantiert abnehmen im nationalen und internationalen Bereich", sagte Seifert. Außerdem sagte Seifert im Anschluss an die Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am Montag in Frankfurt, dass sich die DFL intensiver mit dem Einstieg von internationalen Finanz-Investoren beschäftigen wolle. Gespräche soll es von Februar an geben. "Wenn sich die Clubs dazu entscheiden sollten, dann nicht deshalb, weil man jetzt kurzfristig Geld braucht, sondern weil man besser aufgestellt sein will für die Zeit nach der Covid-Pandemie", sagte Seifert.

Bei der Investoren-Frage geht es um den Verkauf von Anteilen an einer DFL-Tochtergesellschaft für die internationale Vermarktung. Die DFL hatte bereits angekündigt, Informationsgespräche mit an Minderheitsanteilen interessierten Unternehmen aus dem Bereich 'Private Equity' vorzubereiten.
„Wenn sich die Clubs dazu entscheiden sollten, dann nicht deshalb, weil man jetzt kurzfristig Geld braucht, sondern weil man besser aufgestellt sein will für die Zeit nach der Covid-Pandemie.“
Christian Seifert, DFL
Die DFL werde "einen Prozess aufsetzen, um die Angebote der Private-Equity-Firmen unter strategischen und finanziellen Gesichtspunkten zu prüfen", heißt es weiter. "Das Verfahren startet voraussichtlich im Februar und wird frühestens im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen." Die Entscheidung treffe die DFL-Mitgliederversammlung. dpa
    stats