Für 5 Euro im Monat

Werbefinanziertes Netflix-Abo startet am 3. November

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Netflix bietet ab sofort nicht nur Bewegtbild-Inhalte, sondern auch Merchandise online an
© IMAGO / ZUMA Wire
Netflix bietet ab sofort nicht nur Bewegtbild-Inhalte, sondern auch Merchandise online an
Rund ein halbes Jahr nach den ersten Ankündigungen bietet Netflix ab Anfang November ein werbefinanziertes Einstiegsabo an. Zum Preis von 5 Euro (exakt 4,99 Euro) bekommen Abonnenten Zugriff auf fast alle Netflix-Inhalte - neben Werbeunterbrechungen gibt es allerdings auch einige andere Einschränkungen bei dem günstigen Modell.

So werden Abonnenten des werbefinanzierten Dienstes zwar unbegrenzten Zugang zu allen Eigenproduktionen haben, bei den Lizenzfilmen und -Serien wird es aus lizenzrechtlichen Gründen allerdings Einschränkungen geben. Je nach Region betrifft dies rund 5 bis 10 Prozent aller Titel.


Netflix will das schnell ändern, allerdings müssen die Rechte für alle Regionen nachverhandelt werden. Auch eine Downloadfunktion ist bei dem werbefinanzierten Abo nicht verfügbar. Die Videoqualität ist bei den Basis-Abos - sowohl dem werbefinanzierten als auch bei dem bisherigen werbefreien Basis-Abo für 8 Euro - auf eine Auflösung von 720p beschränkt.

Auf die bisherigen Abos habe das neue Modell keine Auswirkungen, betonte Netflix-Manager Greg Peters. "Das Basis-Abo mit Werbung ergänzt unsere bestehenden werbefreien Basis-, Standard- und Premium-Abostufen." Bisher gibt es bei Netflix keine Werbespots. Der bisherige werbefreie Basistarif kostet 7,99 Euro pro Monat. Für den Standardtarif sind monatlich 12,99 Euro fällig. Das Premium-Abo kostet 17,99 Euro.

Der Roll-out des neuen Netflix-Abos startet am 1. November in Kanada und Mexiko, in Deutschland wird der werbefinanzierte Dienst ab dem 3. November um 17 Uhr verfügbar sein. Das werbefinanzierte Modell wird in insgesamt zwölf Ländern eingeführt, darunter auch Frankreich, Großbritannien und die USA. 

Pro Stunde werden 4 bis 5 Minuten Werbung  ausgepielt. Neben Pre-Roll Ads wird es auch Unterbrecherwerbung geben. Netflix will die Werbeunterbrechungen aber so harmonisch wie möglich in die Inhalte einfügen. Zum Start sind 15- und 30-sekündige Spots verfügbar.
Beispielmotiv für ein Pre Roll Ad bei Netflix
© Netflix
Beispielmotiv für ein Pre Roll Ad bei Netflix
Werbekunden können ihre Werbung zunächst nach Region und nach Inhalten aussteuern, also nach Genres wie Action, Drama, Comedy oder Science Fiction. Außerdem können Inhalte wie Sex, Gewalt oder Nacktdarstellungen ausgeschlossen werden. 

Neben dem Technikpartner Microsoft hat Netflix zudem weitere Partner bekannt gegeben: So werden sich ab dem 1. Quartal 2023 Double Verify und Integral Ad Science um die Verifizierung von Traffic und Sichtbarkeit kümmern. Ein zentrales Thema für Werbekunden ist die Ausweisung der Reichweiten - für Netflix ein heikles Thema. Bislang hielt sich der Streamingsdienst in dieser Hinsicht stets sehr bedeckt. Ab 2023 will das Unternehmen in diesem Bereich mit dem Marktforscher Nielsen zusammenarbeiten - in welcher Form die Leistungswerte ausgewiesen werden, ist aber noch unklar. 

Zu den Werbepreisen machte das Unternehmen bei der Vorstellung des neuen Abos keine konkreten Angaben. Zu Beginn gebe es lediglich feste Tarife. Medienberichten zufolge fordert Netflix von Werbekunden aber ein jährliches Mindest-Budget von 10 Millionen US-Dollar. Der TKP liegt angeblich bei 50 bis 60 US-Dollar und damit deutlich über vergleichbaren Tarifen für klassische TV-Werbung. 

Mit dem werbefinanzierten Abo reagiert Netflix auf die zuletzt sinkenden Nutzerzahlen und die zunehmende Konkurrenz durch Anbieter wie Disney, Apple oder Paramount. Amazon hatte im August mit Freevee einen kostenlosen werbefinanzierten Streamingdienst in Deutschland auf den Markt gebracht. dh/dpa

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