Finanzinvestor

KKR macht Zukunft von Axel Springers Welt von Ertragslage abhängig

Die Axel-Springer-Zentrale in Berlin
© Axel Springer
Die Axel-Springer-Zentrale in Berlin
Der Finanzinvestor KKR, der bei Axel Springer einsteigen will, knüpft den Weiterbestand der Welt-Gruppe an wirtschaftliche Bedingungen. Das geht laut einem Bericht der FAZ aus den Angebotsunterlagen hervor.
So stehe in den Angebotsunterlagen des Investors, man habe zwar mit Vorstandschef Mathias Döpfner und Verlegerwitwe Friede Springer vereinbart, die Zeitungen Welt und Welt am Sonntag mitsamt ihrer digitalen Angebote und dem gleichnamigen TV-Sender fortzuführen. Dies stehe aber "unter der Voraussetzung einer angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation". Mit der verklausulierten Formulierung dürfte schlicht und einfach die Rentabilität der Welt gemeint sein.


Die Welt gehört neben der Bild zum publizistischen Kernbestand von Axel Springer. Die Auflage der werktäglich erscheinenden Tageszeitung befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Springer konzentriert sich seit einiger Zeit vor allem auf die bezahlte Auflage und den Ausbau seiner Digital-Abos. Hier kommt die Welt mittlerweile auf rund 100.000 Abonnenten. Auffällig sei laut FAZ, dass in dem offiziellen Angebotsdokument von KKR lediglich die Welt thematisiert wird, während die als renditestärker geltende Bild nicht erwähnt wird. 

Springer stellt sich natürlich klar hinter die Welt: "Die vertragliche Vereinbarung mit KKR beinhaltet ein klares Bekenntnis zur Welt-Gruppe. Damit bleibt die Welt ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftsstrategie von Axel Springer", teilt der Verlag mit. "Aufgrund allgemeiner kaufmännischer Erwägungen gilt selbstverständlich, so wie bisher auch, der Vorbehalt einer angemessenen Ertragslage." 


Die FAZ vermutet, dass sich KKR mit der Klausel eine Hintertür zum Ausstieg offenhalte. In Unternehmenskreisen heiße es, es handele sich um eine Absicherung für KKR. Der Finanzinvestor wolle sicherstellen, dass auch der journalistische Konzernteil auf die Kosten achten müsse. 

KKR will sich mit mindestens 20 Prozent an dem Berliner Medienkonzern beteiligten. Das entsprechende freiwillige Übernahmeangebot an Kleinaktionäre wurde am vergangenen Freitag veröffentlicht. Die Annahmefrist endet am 2. August. KKR hatte Mitte Juni angekündigt, sich für mindestens fünf Jahre an Axel Springer zu beteiligen. In dieser Zeit will der Konzern mit Hilfe des Finanzinvestors im digitalem Rubrikengeschäft und mit digitalem Journalismus weltweit marktführend werden. Zu dem KKR-Dokument will sich Springer nicht äußern und kündigt für Donnerstag eine offizielle Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat an. dh
stats