Fake-Accounts

Facebook deckt neuen Manipulationsversuch auf

Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf der VivaTech in Paris
dpa
Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf der VivaTech in Paris
Facebook hat nach eigenen Angaben einen neuen Versuch aufgedeckt, mit einem Netzwerk gefälschter Profile die öffentliche Meinung in den USA zu manipulieren. Zu der koordinierten Kampagne habe auch der Aufruf zu einer Demonstration gegen Rechts kommende Woche in Washington gehört, teilte das Online-Netzwerk am Dienstag mit.
Insgesamt seien 8 Facebook-Seiten, 17 Profile und 7 Accounts bei der ebenfalls zu Facebook gehörenden Foto-Plattform Instagram gelöscht worden. Im Vergleich zu Aktivitäten der in Russland basierten Gruppe "Internet Research Agency" (IRA) im Umfeld des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 seien die Spuren diesmal besser verwischt worden, erklärte Facebook. Deshalb wolle man bisher keine Angaben zu möglichen Hintermännern der Aktion machen - auch wenn einige Verbindungen zur IRA festgestellt worden seien. Es könne "die IRA mit verbesserten Fähigkeiten sein, oder eine separate Gruppe", schrieb Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos in einem Blogeintrag.

Auf jeden Fall hätten die neuen Aktivitäten deutlich nach Ende des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs begonnen, im März 2017. Die jüngste verbundene Facebook-Seite sei im Mai dieses Jahres eingerichtet worden. Insgesamt hätten mehr als 290 000 Accounts diese Seiten abonniert. Die Gruppe habe zwischen April 2017 und Juni 2018 etwa 150 Anzeigen für rund 11 000 Dollar bei Facebook geschaltet. Das Problem mit der für den 10. August angesetzten Demonstration in Washington ist, dass die Administratoren der gefälschten Facebook-Seiten dem Online-Netzwerk zufolge auch Betreiber von fünf rechtmäßigen Seiten dazu gebracht haben, Informationen darüber zu verbreiten. Insgesamt hätten 2600 Mitglieder Interesse an dem Event gezeigt. Sie müssten nun darüber informiert werden, dass der Aufruf eine Fälschung gewesen sei.

Die Entdeckung der Gruppe ist umso relevanter, da in den USA im November Kongresswahlen anstehen - und die Behörden auf keinen Fall eine Wiederholung der Manipulation im Wahlkampf 2016 zulassen wollen. Die damalige, mutmaßlich von Russland aus betriebene Propaganda-Kampagne zielte darauf ab, die politischen Gräben in der US-Gesellschaft zu vertiefen und auch direkt Stimmung für den schließlich siegreichen Kandidaten Donald Trump zu machen.

Facebook war hart dafür kritisiert worden, dass auf der Plattform gefälschte Accounts in großem Stil Falschinformationen verbreiten konnten. Deswegen verschärfte das Online-Netzwerk im vergangenen Jahr massiv die Sicherheitsvorkehrungen. dpa

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