Fachpresse-Statistik

Fachverlage wachsen dank digitaler Medien

Klaus Krammer, Sprecher der Deutschen Fachpresse
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Klaus Krammer, Sprecher der Deutschen Fachpresse
Die deutschen Fachverlage haben die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich angenommen: Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der deutschen Fachmedienhäuser um 1,1 Prozent auf insgesamt 7,73 Milliarden Euro. Dabei wurden die rückläufigen Printerlöse durch digitale Geschäfte kompensiert. Das geht aus der Fachpresse-Statistik 2018 hervor.
Mit einem Umsatzanteil von 53,7 Prozent bleibt Print weiterhin das wichtigste Standbein der hiesigen Fachverlage. Allerdings können sich auch die Fachmedien dem allgemeinen Trend nicht entziehen: Die Printerlöse sanken im Jahr 2018 um 2,5 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro. Vor allem die Werbeerlöse stehen unter Druck: Diese gingen um 54 Millionen Euro zurück, die Umsätze mit Fachbüchern sanken um 39 Millionen Euro und die Vertriebserlöse schrumpften um 18 Millionen Euro. Werbeerlöse steuerten 40,5 Prozent zu den gesamten Printerlösen bei, Vertriebserlöse 38,8 Prozent. 


Mit einem Umsatzanteil von 33,1 Prozent sind die digitalen Erlöse mittlerweile das zweitwichtigste Standbein der Fachmedienhäuser. Insgesamt erzielten diese im vergangenen Jahr digitale Umsätze in Höhe von 2,56 Milliarden Euro - ein Wachstum um 6,1 Prozent. Bemerkenswert: Direkte Vertriebserlöse sind mit 57,5 Prozent hier die Haupterlösquelle, Werbeeinnahmen tragen 39,9 Prozent zu den digitalen Erlösen bei. Das Veranstaltungsgeschäft der Fachmedien wuchs branchenweit um knapp 5 Prozent auf 610 Millionen Euro, mit Dienstleistungen erlöste die Fachpresse 260 Millionen Euro (+5,8 Prozent).

"Die Fachpresse-Statistik 2018 belegt, dass Fachmedienhäuser weiterhin auf einem guten Weg sind", betont Fachpresse-Sprecher Klaus Krammer. "Die Branche hat die Herausforderungen rund um die Digitalisierung angenommen und erfolgreich für sich nutzen können. Daran müssen wir weiter arbeiten. Interessant ist aber auch: Trotz immer stärkerer Digitalisierung wird auch der direkte Austausch, also Face-to-Face, wichtiger. Die Fachmedienhäuser haben hier viele erfolgreiche Veranstaltungsformate entwickelt." 


Die Mehrheit der befragten Fachverlage blickt positiv in die Zukunft: 55 Prozent der befragten Medienhäuser erwarten für das laufende Jahr ein besseres Ergebnis als 2018, nur 5 Prozent eine Verschlechterung. Das Hauptaugenmerk der meisten Verlage liegt auf der weiteren Digitalisierung ihres Geschäfts: 59 Prozent planen den weiteren Ausbau ihrer Digitalmedien, 41 Prozent wollen weiter in den Bereich Veranstaltungen/Messen investieren. In den Ausbau von Dienstleistungen investieren 18 Prozent, in neue Printprodukte lediglich 14 Prozent der Unternehmen.

Mit der Eroberung neuer Geschäftsfelder gehen aber auch neue Konkurrenten einher: 59 Prozent sehen mehr branchenfremde Wettbewerber im Fachmedienbereich. Vor allem Start-ups und Softwareunternehmen, aber auch Social Media werden als neue Akteure im Markt wahrgenommen. Die Fachpresse-Statistik der Deutschen Fachpresse basiert auf einer Marktschätzung und einer Mitgliederbefragung der Deutschen Fachpresse im Februar und März 2019. Weitere Ergebnisse der Fachpresse-Statistik 2018 gibt es auf der Webseite der Deutschen Fachpresse. dh
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