Ex-Chefredakteur

Klaus Brinkbäumer kehrt dem Spiegel den Rücken

Klaus Brinkbäumer verlässt den Spiegel endgültig
© Getty Images / Alexander Hassenstein
Klaus Brinkbäumer verlässt den Spiegel endgültig
Klaus Brinkbäumer wird den Spiegel nun doch verlassen. Man habe sich "nach intensiven Beratungen einvernehmlich auf eine Beendigung des Vertragsverhältnisses" geeinigt, teilte der Verlag am Montag mit. Brinkbäumer wird zum Jahreswechsel von einem neuen Chefredakteursteam abgelöst. 
Ursprünglich sollte Brinkbäumer, der seit über 25 Jahren für das Nachrichtenmagazin tätig ist, dem Spiegel erhalten bleiben. Doch offenbar konnte man sich mit dem noch amtierenden Chefredakteur nicht auf eine neue Position einigen. Brinkbäumer wird zum 31. März aus dem Unternehmen ausscheiden und bis dahin als Autor für den Spiegel schreiben. 


Im August war bekannt geworden, dass Brinkbäumer zum Jahreswechsel als Chefredakteur abgelöst wird. Die Vorstellungen von ihm und Geschäftsführer Thomas Hass zur Zusammenführung der bislang getrennten Print- und Online-Reaktionen ließen sich nicht unter einen Hut bringen. Im Januar wird Brinkbäumer daher von einer neuen Chefredaktion mit dem bisherigen Manager-Magazin-Chef Klaus Klusmann als Primus inter Pares abgelöst. Neben dem 52-jährigen Klusmann werden Spiegel-Online-Chefredakteurin Barbara Hans, 37, und der aktuell in Paris tätige Spiegel-Reporter Ullrich Fichtner, 53, dem Gremium angehören. Zuletzt gab es Spekulationen, dass Brinkbäumer als Korrespondent wieder in die USA geht.  Der Verlag bedankt sich bei Klaus Brinkbäumer in einer Pressemitteilung "für dessen leidenschaftlichen Einsatz der letzten mehr als 25 Jahre, in denen er durch seine Arbeit in Krisengebieten, an zahlreichen Titelgeschichten und durch preisgekrönte Reportagen das Blatt geprägt hat". Ihm sei zu verdanken, dass der Spiegel optisch erneuert und das Investigativ-Netzwerk EIC gegründet wurde. "Auch seine Verdienste für das digitale Bezahlangebot Spiegel Plus sind hervorzuheben", heißt es weiter.

Die sonst bei derartigen Mitteilungen üblichen lobenden Worte der Geschäftsführung fehlen indes. Ganz offensichtlich ist das Tischtuch zwischen Brinkbäumer und Geschäftsführer Thomas Hass zerschnitten. dh
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