Ex-Bild-Chefredakteur

Kai Diekmann kritisiert "Meinungs-Einheitsbrei"

Kai Diekmann war bis 2015 Chefredakteur der Bild
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Kai Diekmann war bis 2015 Chefredakteur der Bild
Der frühere Bild-Chefredakteur Kai Diekmann geht im Rückblick auch kritisch mit dem Journalismus um. "Es gibt manchmal einen Meinungs-Einheitsbrei in den deutschen Medien, der ist nur schwer zu ertragen. Und immer, wenn wir uns dessen überführt fühlen, geißeln wir uns - um danach genauso weiterzumachen", sagte Diekmann (55) in einem Interview der Märkischen Allgemeinen aus Potsdam.

Er nannte den Umgang mit US-Präsident Donald Trump als Beispiel. "Ich bin kein Trump-Fan, aber dass es den deutschen Medien so schwer fällt, ihn einfach nüchtern zu betrachten, verstehe ich nicht", sagte Diekmann. "Erst haben wir nicht geglaubt, dass er Kandidat wird. Dann nicht, dass er Präsident wird. Und dann dachten wir, dass er ganz schnell scheitert", sagte er. "Weil sich die meisten Journalisten von Anfang an ihre ganz klare Meinung zu Trump gebildet haben, "Trump-Bashing" ja auch so wundervoll gut ankommt und einfach ist, kommen die meisten gar nicht mehr dazu, den Grund seines Wahlerfolges zu verstehen. Und das ist gefährlich." 



Diekmann sieht eine "mediale Arroganz". "Das Schlimme an den Populisten ist ja: Sie stellen die richtigen Fragen, mit denen wir uns nicht mehr beschäftigen, weil sie in unserem Alltag nicht vorkommen. Und da haben wir uns von unseren Usern und Lesern zu weit entfernt." 

Der frühere "Bild"-Chefredakteur (2001-2015) zeigte sich auch selbstkritisch über Entscheidungen während seiner aktiven Zeit dort. "Unsere Beurteilung beispielsweise der Agenda 2010 damals war falsch", sagte Diekmann. "Wir haben nicht gesehen, welchen Wert diese Reform für Deutschland hat. Da haben wir draufgehauen." dpa


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