Entertainment & Media Outlook

PwC rechnet mit schneller Erholung der Medienbranche

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PwC rechnet mit einem schnellen Aufschwung - allerdings nicht in allen Segmenten
© Gerd Altmann auf Pixapay
PwC rechnet mit einem schnellen Aufschwung - allerdings nicht in allen Segmenten
Die globale Medien- und Unterhaltungsindustrie kann nach dem heftigen Absturz in diesem Jahr mit einer schnellen Erholung rechnen. Nach Meinung der Experten von PriceWaterhouseCoopers (PwC) dürften die Einnahmen der Branche 2021 bereits wieder deutlich steigen. Die Werbebranche muss sich allerdings wohl auf eine längere Durststrecke einstellen. 
Nach den Berechnungen von PwC sinken die Einnahmen der globalen Medienbranche in diesem Jahr wegen der Corona-Krise um 5,6 Prozent - das entspricht 120 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: In der Finanzkrise 2008/2009 sanken die Einnahmen nur um 3 Prozent. 


Allerdings rechnen die Experten der Unternehmensberatung mit einer schnellen, V-förmigen Erholung der Unterhaltungsindustrie. Schon im kommenden Jahr werden die Einnahmen der Branche laut dem Global Entertainment & Media Outlook von PwC wieder um 6,4 Prozent steigen. 

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"Das Wachstum der Medien- und Unterhaltungsindustrie bleibt grundsätzlich stark. Denn in den vergangenen Jahren ist die Bedeutung von Medienangeboten im Alltag der Konsumenten immer weiter gewachsen, weshalb die Branche weltweit meist stärker wuchs als das weltweite Bruttoinlandsprodukt", erläutert Werner Ballhaus, globaler Leiter des Bereichs Entertainment & Media von PwC. Bis 2024 prognostizieren die Berater für die Gesamteinnahmen eine jährliche Wachstumsrate von 2,8 Prozent. 


Allerdings können nicht alle Segmente mit einer so schnellen Erholung rechnen: Unter anderem bei den Werbeeinnahmen muss sich die Branche wohl eher auf eine U-Kurve einstellen. PwC rechnet mit einem Einbruch der weltweiten Werbeerlöse um 13,4 Prozent in diesem Jahr und erst für 2022 mit einer Rückkehr auf das Vorkrisenniveau. Auch Kinos, Messen und die Konzertbranche werden wegen der andauernden Kontaktbeschränkungen wohl noch länger darben müssen. 
„Die Welt der Unterhaltung und der Medien ist 2020 dezentraler, virtueller, digitaler, persönlicher - und zumindest vorläufig - stärker auf das Zuhause ausgerichtet.“
Werner Ballhaus, PwC
Die Coronakrise hat außerdem bestimmte Entwicklungen und Umbrüche in der Medienbranche stark beschleunigt. So haben zum Beispiel Streamingdienste überdurchschnittlich profitiert und erzielen in diesem Jahr laut der Studie ein Umsatzplus von 26 Prozent. Der Umsatz von Anbietern wie Netflix, Amazon Prime oder DAZN werde sich demnach von 46,4 Milliarden US-Dollar (2019) auf 86,8 Milliarden Dollar im Jahr 2024 fast verdoppeln. Ballhaus: "Die Welt der Unterhaltung und der Medien ist 2020 dezentraler, virtueller, digitaler, persönlicher - und zumindest vorläufig - stärker auf das Zuhause ausgerichtet." 

Trotz der Umsatzverluste in diesem Jahr rechnet Ballhaus damit, dass 
die globale Medienbranche durch die Pandemie einen positiven Schub erfährt: "Es ist klar, dass die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie den Übergang der Verbraucher zum digitalen Konsum beschleunigt hat und über viele Medienformen hinweg einen - sowohl positiven als auch negativen - Umbruch ausgelöst hat." Ebenso offensichtlich sei es jedoch, dass die grundlegenden Stärken und die Attraktivität der Unterhaltungsindustrie für die Verbraucher so stark wie eh und je sind. "Auch nach der Pandemie wird es Herausforderungen geben. Aber die digitale Migration, die sie vorangetrieben hat, wird auch Chancen in allen Segmenten eröffnen - nicht nur in denjenigen, die bisher von ihren Auswirkungen profitiert haben." 

Der "Global Entertainment & Media Outlook" analysiert insgesamt 14 Segmente der Medien- und Unterhaltungsindustrie in 53 Ländern. Die Analyse untersucht die Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre und bietet einen Ausblick auf die wichtigsten Trends für die kommenden fünf Jahre. PwC hat die Veröffentlichung der Studie in diesem Jahr um drei Monate verschoben, um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Branche besser einschätzen zu können. dh
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