Eigene Redaktion

Pro Sieben Sat 1 will wieder mehr Info-Programme produzieren

Die Zentrale von Pro Sieben Sat 1 in Unterföhring
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Die Zentrale von Pro Sieben Sat 1 in Unterföhring
Nachdem Pro Sieben Sat 1 bei seinen großen Sendern in den vergangenen Jahren vor allem auf Unterhaltungsformate gesetzt hat, will die Sendergruppe nun wieder verstärkt in journalistische Inhalte investieren. Dafür sollen mehr Informationsprogramme direkt in Unterföhring produziert werden. Den Anfang macht der Sat-1-Klassiker Akte, für den eine eigene Redaktion aufgebaut wird. 
"Mit diesem Schritt unterstreichen wir unser Vorhaben, wieder mehr relevante Inhalte aus eigener Hand zu produzieren und damit unser journalistisches Profil zu schärfen", erklärt Wolfgang Link, Vorsitzender der Geschäftsführer von ProSiebenSat.1 TV Deutschland: "Neben so erfolgreichen Formaten wie 'Galileo', 'taff' oder 'Abenteuer Leben' wollen wir in Zukunft weitere Sendungen in Eigenregie entwickeln, konzipieren und herstellen." 

In einem ersten Schritt wird Sat 1 das Magazin "Akte" ab Mitte kommenden Jahres selbst produzieren. Dafür wird eine eigene Redaktion am Senderstandort in Unterföhring aufgebaut. Das Nachsehen hat die bisherige Produktionsfirma Meta Productions in Berlin. Der Vertrag wird zum Ende des Jahres gekündigt. Bis die neue Redaktion einsatzfähig ist, wird Sat 1 von verschiedenen Produktionsfirmen produzierte monothematische "Akte"-Sendungen zeigen. 

"Die Meta Productions hat in 23 Jahren 'Akte' immer wieder außergewöhnliche Themen gesetzt und ungewöhnliche Fälle aufgedeckt. Für die immer inspirierende Zusammenarbeit und langjährige Partnerschaft bin ich den Kollegen sehr dankbar. Die 'Akte' ist und bleibt eine der wichtigsten Marken für Sat 1", erklärt 
Sat-1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger.  Pro-Sieben-Sat 1-Vorstand Conrad Albert hatte erst kürzlich eine Diskussion über die Finanzierung von Public-Value-Inhalten angestoßen, also gesellschaftlich wertvollen, informierenden Inhalten. Der Manager fordert dafür öffentliche Subventionen und eine Neuverteilung der Rundfunkbeiträge. "Wir subventionieren unsere Public-Value-Inhalte mit Entertainment-Inhalten quer. Für mich ist es aber wichtig, Wege zu finden, beide Seiten – private wie öffentlich-rechtliche Anbieter – zu incentivieren, noch mehr im Bereich Public Value zu machen", so Albert im Interview  mit HORIZONT. dh


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