DuMont

Nun melden sich die Gesellschafter zu Wort

Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte beziehen Stellung
© Berliner Zeitung
Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte beziehen Stellung
Die Meldung, dass sich DuMont von seinen Regionalzeitungen trennen will, hat in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen. Nun haben sich auch die Gesellschafter der Mediengruppe, Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte, zu Wort gemeldet. In den Zeitungen der Gruppe und auf deren Internetseiten schreiben sie, dass man "alle strategischen Optionen prüfe". 
Zunächst beschreiben Isabella Neven DuMont, Tochter von Alfred Neven DuMont und Christian DuMont Schütte, Chef des anderen Familienzweigs, drei Absätze lang wortreich, wie DuMont auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagiert: Das Unternehmen habe sich in den vergangenen Jahren "von einem Zeitungshaus zu einem digital getriebenen und wachsenden Medienunternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern entwickelt". Man habe seine Verlagshäuser "mit erheblichen Investitionen modernisiert und digital transformiert".


Die Schlüsselsätze sind weit hinten in der Stellungnahme versteckt, die unter anderem in der Berliner Zeitung und dem Kölner Stadt-Anzeiger vom Donnerstag erschien: "Vor diesem Hintergrund haben wir – die Gesellschafter – den Aufsichtsrat und den Vorstand beauftragt, diesen Veränderungsprozess konsequent weiterzuführen und alle strategischen Optionen zu prüfen." Eine solche Überprüfung der Strategie finde regelmäßig in Unternehmen statt – so auch bei DuMont. "Sie muss ergebnisoffen und aus einer Position des unternehmerischen Verantwortungsbewusstseins geführt werden." Im Klartext: Alle Optionen liegen auf dem Tisch. 

Ähnlich hatte sich am Dienstag bereits der Vorstand von DuMont in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter geäußert. Dort hieß es, die Gesellschafter hätten Aufsichtsrat und Vorstand damit beauftragt, "verschiedene Handlungsoptionen zu prüfen. Dieser Auftrag  beinhaltet neben zahlreichen anderen Optionen auch die mögliche Veräußerung von Teilen des Portfolios der Mediengruppe."


Die Überprüfung der verschiedenen Optionen werde "mindestens bis Mitte des Jahres dauern". Die Abschlussformel der Gesellschafter findet sich fast wortgleich auch in der Mitteilung des Vorstands wieder: "Wir versichern Ihnen, dass Gesellschafter, Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam das Ziel verfolgen, DuMont im Interesse der Mitarbeiter und für Sie, unsere Leser und Kunden, erfolgreich weiterzuentwickeln."  In den Zeitungen der Gruppe wenden sich außerdem die jeweiligen Chefredaktionen und Geschäftsführungen zu Wort: Man bedaure, "dass Irritationen durch jüngst von Medien verbreitete Meldungen über einen möglichen Verkauf entstanden sind. Wir möchten Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, versichern, dass die Arbeit in Verlag und Redaktion – die Herstellung und die Produktion unserer Zeitungen sowie der Digitalangebote – davon völlig unberührt sind. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit Herzblut daran, Ihnen aktuelle, interessante Informationen zu liefern." Die Zeitung werde selbstverständlich weiter "in der gewohnten Qualität erscheinen. Das garantieren wir". dh

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