DuMont

Christoph Bauer, beim Wort genommen

Christoph Bauer
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Christoph Bauer
Das eine ist, was einer sagt; das andere, was einer tut. Öffentlich vermittelte der CEO den Eindruck, DuMont bliebe ein publizistisch getriebenes Haus, das wirtschaftlich wieder auf dem Vormarsch sei. Das war wohl ein Missverständnis.

Mit dem Wissen von heute wirken Christoph Bauers Zitate mindestens bemerkenswert. Eine Auswahl:



"Journalismus ist der Kern unseres Geschäfts." (SZ, 2014)

"Wir haben eine Perspektive, und wir haben einen Fahrplan, der uns in eine gute Zukunft führen wird." (MDS intern, 2014)


"Es gibt keinen Anlass zur Sorge. Die Gesellschafter haben den festen Willen, das Unternehmen in die Zukunft zu führen." (SZ, 2014)

"Alles, was wir tun, ist langfristig ausgerichtet. Warum sollten die Gesellschafter gerade jetzt verkaufen, wo die Veränderungen beginnen zu greifen? Das wäre der völlig falsche Zeitpunkt." (Kress pro, 2016)

"Wir von Seiten DuMonts haben uns dazu entschieden, für die nachhaltige Zukunftssicherung der Mopo einzutreten." (Brief an die Hamburger Bürgerschaft, 2017)

"Der eigentliche Aufbau in Berlin beginnt jetzt erst." (FAZ, 2017)

"Unserem Unternehmen geht es wieder gut. Umsatz und operatives Ergebnis steigen weiterhin, wir haben eine solide Finanzbasis. Wir haben einen langen Atem." (SZ, 2018)

"Wir haben uns entschieden und alles daran gesetzt, den Berliner Verlag als wichtigen Standort von DuMont zu erhalten und zukunftsfähig zu machen, das ist jetzt gelungen." (SZ, 2018)

"Wir schaffen wichtige Rahmenbedingungen, um das Geschäftsfeld Regionalmedien mit hohem Tempo weiterzuentwickeln." (Schreiben an die Mitarbeiter, 2018)

Über den 2015 gestorbenen Verleger Alfred Neven DuMont sagte Christoph Bauer:"Er kam aus einer Familiendynastie, ich habe von ihm gelernt, die Welt in Dekaden zu verstehen." (Kress pro, 2016)

"Es war ihm wichtig, die Firma in guten Händen zu wissen." (Kress pro, 2016)

"Ich habe dann wissen wollen, welchen Auftrag ich habe. Sollte ich die Mediengruppe für einen Verkauf vorbereiten – oder sie zukunftsfähig machen? Die Antwort war eindeutig: Letzteres." (Die Zeit, 2016)

Von kurzer Halbwertszeit scheinen aber auch die Bekenntnisse der Verlegertochter Isabella Neven DuMont zu sein. Sie sagte 2017 nach dem Umzug von Berliner Zeitung und Berliner Kurier in die Alte Jakobstraße vor zahlreichen Mitarbeitern und Festgästen:

"Es ist ein klares Bekenntnis zu Berlin."

"Es ist das Haus der Zukunft."

Ganz anders ihr Bruder Konstantin Neven DuMont, der sich sein Erbe vor Jahren ausbezahlen ließ. Von ihm stammt der Satz: "Mit Qualitätsjournalismus hätte ich keine zehn Kinder finanzieren können. Von daher bereue ich den Schritt ins Immobiliengeschäft nicht." (Kress pro, 2018).

Am Dienstagabend ließ er via Facebook hingegen wissen:

"Heute habe ich gelesen, dass Kölner Stadt-Anzeiger/Express relativ zeitnah verkauft werden sollen. Ein bisschen juckt‘s einen ja schon." usi

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