Digitalverband

Eigentümer von Berliner Verlag wollen Bitkom beitreten - nicht BDZV

Silke und Holger Friedrich
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Silke und Holger Friedrich
Die neuen Eigentümer des Berliner Verlags mit "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" fühlen sich dem Digitalverband Bitkom näher als dem Zeitungsverlegerverband BDZV. "Die Branche hat viel zu lange gewartet und die eigentlich in der Technologie schlummernden Chancen nicht adressiert", sagte Holger Friedrich im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Jetzt zahle die Branche gerade in Deutschland dafür einen hohen Preis. "Doch in gewisser Weise zu Recht: Man ist Stand heute immer noch nicht bereit, an notwendigen Stellen adäquat zu reagieren."



Friedrich betonte: "Wir haben auch verstanden, dass unsere Kompetenz im BDZV nicht willkommen ist. (...) Insofern werden wir nicht dem BDZV beitreten, wir werden einen Antrag für die Aufnahme im Bitkom stellen." Der BDZV hatte auf seiner Mitgliederversammlung im September beschlossen, sich künftig in "Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger" umzubenennen, um dem digitalen Wandel Rechnung zu tragen.

„Die Branche hat viel zu lange gewartet und die eigentlich in der Technologie schlummernden Chancen nicht adressiert.“
Holger Friedrich
Unlängst hatte das Berliner Unternehmerehepaar Silke und Holger Friedrich den Berliner Verlag von der DuMont-Mediengruppe übernommen. Silke Friedrich leitet in Berlin eine internationale Schule mit mehr als 1000 Schülern. Ihr Mann Holger Friedrich gründete 2009 den Technologie-Thinktank CORE. Zuvor war er unter anderem Vorstand der Software AG und Partner bei McKinsey & Company.


Auf der überarbeiteten Webseite der "Berliner Zeitung" gibt es seit Freitag neben der deutschen auch eine englischsprachige und eine russische Ausgabe. Weitere Sprachen könnten folgen. Silke Friedrich sagte im Interview auf die Frage, welche Sprachen noch dazu kommen: "Wahrscheinlich Türkisch, wahrscheinlich Arabisch. Um auch globale Aspekte einzubringen und nicht in dieser Berliner Blase zu verharren."

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