Digitalradio

Digitale Audioangebote gehen durch die Decke

Digitale Radioangebote sind auf dem Vormarsch
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Digitale Radioangebote sind auf dem Vormarsch
Immer mehr Menschen nutzen digitale Audioangebote. Das geht aus mehreren Studien hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurden. Vor allem Webradioangebote und Musikstreamingdienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit, aber auch die Verbreitung des lange totgesagten Digitalradiostandards DAB+ wächst langsam aber stetig. 
So nutzen mittlerweile fast 44 Millionen Menschen Online-Audio-Inhalte - drei Millionen mehr als im Vorjahr. Damit hören rund zwei Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren (62,2 Prozent) regelmäßig internetbasierte Audioangebote. Das geht aus dem Online-Audio-Monitor 2019 der Verbände Vaunet und BVDW und mehrerer Landesmedienanstalten hervor, der heute in Berlin präsentiert wurde.


Die beliebteste Plattform für die Nutzung von Online-Audio ist dabei die Videoplattform Youtube (44 Prozent), dahinter folgen Webradiosender (41,5 Prozent) und Musikstreamingdienste (32,2 Prozent). Podcasts und Radiosendungen auf Abruf sind dagegen noch ein Nischenphänomen und werden erst von knapp 17 Prozent genutzt. Jeder Zweite (54 Prozent) nutzt mindestens einmal im Monat ein Online-Audioangebot.

Die meistgenutzten Inhalte sind Musik (86 Prozent), Nachrichten (55 Prozent) und Services wie Wetter oder Verkehrsmeldungen (48 Prozent), ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich regionale Inhalte (44 Prozent) und Infosendungen (38 Prozent) sowie Unterhaltung und Comedy (35 Prozent). 


Das mit Abstand beliebteste Gerät zur Nutzung von Audioinhalten ist das Smartphone (73 Prozent), gefolgt von Laptop (38 Prozent) und PC (32 Prozent). Immer häufiger wird auch im Auto Musik gestreamt (28 Prozent), wobei viele Nutzer dafür ihr Smartphone an das Autoradio anschließen. Smart Speaker nutzen 13 Prozent der Befragten. 

"Die aktuellen Nutzungszahlen zeigen eindrucksvoll: Webradio und Online-Audio-Angebote gewinnen rasant an Bedeutung", sagt Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des Verbands privater Medien Vaunet und Geschäftsführer von Radio Regenbogen: "Besonders starke Zuwächse sehen wir bei der Nutzung über Smart Speaker und Smartphones - gerade auch im Auto. Dem müssen Branche und Politik mit einer umfassenden Berücksichtigung der interaktiven Übertragungswege Rechnung tragen." 
Die Studien
Hinter dem von Kantar durchgeführten Online-Audio-Monitor stehen die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und der Verband Privater Medien Vaunet. 

Der in diesem Jahr zum zweiten Mal veröffentlichte Digitalisierungsbericht Audio der Landesmedienanstalten kombiniert bestehende Ergebnisse der Forschung zur Audionutzung mit einer aktuellen Befragung, um einen Überblick über die aktuelle Entwicklung der Audiobranche zu bieten. 


Auch die Digitalisierung des klassischen Rundfunks kommt langsam aber sicher voran. Das geht aus dem ebenfalls heute vorgestellten Digitalisierungsbericht Audio der Landesmedienanstalten hervor. So können inzwischen 23 Prozent aller Haushalte in Deutschland DAB+ empfangen. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 17 Prozent. Vor allem in Auto ist DAB+ auf dem Vormarsch. Mittlerweile gibt es secheinhalb Millionen Autoradios, die den digitalen Radiostandard empfangen können. 

Im System-Wettkampf der unterschiedlichen digitalen Ausspielungswege konnte DAB+ bei dem Empfangsgeräten mit plus 34 Prozent stärker zulegen als das Internet-Radio (plus 13 Prozent). Bei den Empfangsgeräten dominiert aber weiterhin das UKW-Radio mit 92 Prozent, das auf hohem Niveau stagniert. 

"Die Digitalisierung des Hörfunks hat im letzten Jahr einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Der Point of no Return zur Volldigitalisierung ist überschritten", betont 
Cornelia Holsten, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten. dh, mit Material von dpa
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