Digitale Selbsthilfe

So einfach wie Tinder, aber für an Krebs Erkrankte und ihre Familien

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In einem ersten Clip wirbt Joko Winterscheidt für die App von Yeswecan!cer
© Yes!Con
In einem ersten Clip wirbt Joko Winterscheidt für die App von Yeswecan!cer
Drei alte Bekannte aus der Medienbranche haben sich zusammengetan, um für einen offensiveren Umgang mit Krebs zu kämpfen. Sie wissen aus eigener Erfahrung: Mit dieser Krankheit umzugehen, braucht vor allem Mut.
Der eine, Jörg A. Hoppe, kommt ursprünglich aus der Musikszene, war mal Manager von Bands wie Extrabreit aus Hagen und gründete einst Viva; der andere, Jochen Kröhne, war Programmchef des Sky-Vorgängers Premiere, baute den Frauensender TM3 auf und später die nach Problemen mit dem Kartellamt nie realisierte Video-on-Demand-Plattform Germany’s Gold.


Beide Medienunternehmer kennen sich aus ihrer Zeit bei Tele 5, der mit dem gleichnamigen heutigen Sender nichts zu tun hat, sondern in Leo Kirchs DSF aufging und heute Sport1 heißt.

Gemein ist Hoppe und Kröhne, dass jeder auf seine Weise Erfahrung mit Krebs sammeln musste. Daraus entstanden ist die Selbsthilfe-Plattform yeswecan-cer.org, um die inzwischen eine eigene Firma gegründet wurde. Yeswecan!cer versteht sich als gemeinnütziges Start-up. Kröhne ist dort Geschäftsführer. Und weil das Anliegen kommuniziert werden will, haben die beiden Tobias Korenke engagiert. Er war bis vor kurzem Sprecher der Funke Mediengruppe und musste in seiner Familie ebenfalls erfahren, was Krebs bedeuten kann.


Jörg A. Hoppe (l.) und Jochen Kröhne (r.) werden bei ihrem Vorhaben unter anderem unterstützt von Joko Winterscheidt und Stefanie Giesinger
© Yes!Con
Jörg A. Hoppe (l.) und Jochen Kröhne (r.) werden bei ihrem Vorhaben unter anderem unterstützt von Joko Winterscheidt und Stefanie Giesinger
Ziel von Yeswecan!cer ist es, Krebskranken ebenso wie ihren Angehörigen und Freunden Mut zu geben, sie zu vernetzen und vor allem zu einem offenen Umgang mit Krebs zu animieren.

Auslöser war Hoppes eigene Krebserkrankung vor vier Jahren und damals insbesondere der Moment, als ihn sein Geschäftspartner fragte, wie die "offizielle Sprachregelung" für die "Kommunikation nach außen" aussehen solle. "In dieser Situation wurde mir klar, wie wenig akzeptiert das Thema Krebs auf gesellschaftlicher Ebene ist", sagt Hoppe. Er entschied, offensiv damit umzugehen. "You’ll never walk alone" – von diesem Geist sei die Initiative getragen.

Entwickelt und auf den Markt gebracht hat Yeswecan!cer eine App, die an Krebs Erkrankte und ihre Angehörige nicht nur digitale Selbsthilfe bietet und sie vernetzt, sondern Zugang ermöglicht zu Medizinern, Therapeuten und Experten, aber auch Chat-Foren, Vorträgen und Podiumsdiskussionen.

Werblich unterstützt wird die App, die sich als Tinder für von Krebs Betroffene versteht, von Prominenten wie Joko Winterscheidt, Max Raabe, Sarah Wiener, Axel Prahl, Stefanie Giesinger und Susan Sideropoulos. Erste Spots für die App und den für Ende September geplanten Kongress Yes!Con sind inzwischen abgedreht. Die "digitale Krebs-Convention" steht unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und bietet den Rahmen für die Vergabe des ersten Yeswecan!cer-Awards. usi
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