Die TV-Pläne von Bild

Julian Reichelt und seine Vision von "Breaking News by you"

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Julian Reichelts TV-Pläne erinnern an das alte Prinzip des Offenen Kanals
© Björn-Arne Eisermann
Julian Reichelts TV-Pläne erinnern an das alte Prinzip des Offenen Kanals
In einer Mail, die HORIZONT vorliegt, schwört der Chefredakteur sein Team auf das neue Jahr ein. 2020 sei für ihn nicht weniger als der Beginn einer Dekade emotionaler Live-News, schreibt Julian Reichelt – und Bild der Profiteur, der Debatten aus den sozialen Netzwerken heraus auf den Bildschirm bringt. Bild TV Live Digital soll "Deutschlands erster User Generated Channel" werden, ein "Sender der Zuschauer", der sich nach drei Jahren zu mehr als der Hälfte aus Inhalten der Nutzer speist.
Ende September, noch bevor der Einstieg des Finanzinvestors KKR offiziell von allen Behörden genehmigt war, hatte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner angekündigt, dass im Geschäftsbereich News Media National 50 Millionen Euro eingespart werden sollen, davon allein 20 Millionen Euro bei Bild.

Im ersten Schritt fusionierten die Redaktionen von Bild und Bild am Sonntag. Das Politikressort von BamS war am 21. November das erste, das zu Bild umzog. BamS-Chefredakteurin Marion Horn und Bild-Politikchef Nikolaus Blome hatten da schon ihre Konsequenzen gezogen und trennten sich von Springer. Auch Frank Schmiechen ist inzwischen nicht mehr Mitglied der Bild-Chefredaktion. Ebenso verließ das dreiköpfige Investigativteam die BamS und wechselte Springer-intern zu Business Insider.

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Doch nicht nur gestrichen und gespart werden soll bei Bild, sondern auch investiert. Im Fokus steht eine Live-Video-Strategie. Was sich dahinter verbirgt, stellte Chefredakteur Julian Reichelt nun Mitarbeitern in einer Mail vor. Darin sieht er für Bild das Goldene Zeitalter aufziehen, "The Decade of News", wie er es nennt.

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