Deutscher Musikmarkt

Streamingumsätze übersteigen erstmals CD-Erlöse

Der Einstieg von Youtube im Musik-Streamingmarkt wird die Streamingmsätze weiter in die Höhe treiben
Screenshot Youtube
Der Einstieg von Youtube im Musik-Streamingmarkt wird die Streamingmsätze weiter in die Höhe treiben
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Wende auf dem deutschen Musikmarkt: Erstmals wurde mit Streaming mehr Geld eingenommen als durch den Verkauf von CDs. Im ersten Halbjahr 2018 verbuchten Dienste wie Spotify, Apple Music oder Tidal einen Zuwachs von 35,2 Prozent auf 348 Millionen Euro Umsatz. Das Streaming kommt damit auf einen Marktanteil von 47,8 Prozent.
Gleichzeitig brach der Umsatz mit CDs um 24,5 Prozent auf 250 Millionen Euro ein, wie der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch mitteilte. Ihr Anteil am Gesamtmarkt macht nur noch 34,4 Prozent aus. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 44,6 Prozent. Die silbernen Scheiben, die 1982 zum ersten Mal produziert wurden, bereiteten der deutschen Musikindustrie vor allem in den 80ern und Anfang der 90er Jahre einen Milliardenerfolg. "Audio-Streaming steht inzwischen für fast die Hälfte der Umsätze und löst damit die CD als größtes Umsatzsegment ab", sagt Florian DrückeVorstandsvorsitzender des BVMI, und weist auf die veränderte Konstellation des Musikmarktes zugunsten des Online-Geschäfts hin: "Damit nimmt die Dringlichkeit zu, rechtliche Klarheit für den digitalen Lizenzhandel zu erhalten; das Lizenzgeschäft ist das Lebenselixier der Kultur- und Kreativwirtschaft, im digitalen Zeitalter in besonderem Maß. Vor allem gilt es, User Uploaded Content-Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Es muss endlich geregelt werden, dass sie am Markt Lizenzen erwerben müssen."

Insgesamt setzte der hiesige Markt in den ersten sechs Monaten des Jahres 727 Millionen Euro um, das ist - im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 - ein Rückgang von zwei Prozent. Auch Downloads waren weiter rückläufig (minus 23,4 Prozent). Zudem muss die Schallplatte, die in den vergangenen Jahren einen Boom in der Nische feierte, mit Verlusten kämpfen. Der Vinyl-Umsatz ging um 13,3 Prozent zurück und die Schallplatte kommt nur noch auf einen Marktanteil von 4,4 Prozent. tt (mit dpa-Material)

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