Deutscher Medienkongress

Speaker-Update: Storch, Kuhlow, Thäsler, Trautmann

Uwe Storch: „Was wir als standardisiertes Targeting bekommen, ist sein Geld nicht wert."
© OWM
Uwe Storch: „Was wir als standardisiertes Targeting bekommen, ist sein Geld nicht wert."
Wenn Uwe Storch Stellung bezieht, horcht die Branche auf: Der OWM-Chef repräsentiert die Werbungtreibenden mit starker Stimme – weshalb man auch beim Deutschen Medienkongresses deutliche Worte erwarten darf. Weitere spannende Speaker in Frankfurt: Stefan Kuhlow, CEO Werbe Weischer, Kai-Marcus Thäsler, Geschäftsführer des Fachverbands Aussenwerbung, und Michael Trautmann, Gründer der Agenturen Thjnk und Upsolut Sport.

Erst vergangene Woche hat Uwe Storch in HORIZONT wieder seine Grundsatzkritik an der Onlinewerbung formuliert: „In keinem Medium ist die Diskrepanz zwischen dem, was versprochen wird, und dem, was abgeliefert wird, so groß wie im Digitalen.“ Und weiter sagt er im Streitgespräch mit BVDW-Präsident Matthias Wahl: „Was wir als standardisiertes Targeting bekommen, ist sein Geld nicht wert. Wenn ich ein Gewehr nehme und in die Luft schieße, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Hasen zu treffen, viel größer als die Chance, mit Targeting die richtigen Zielgruppen zu erwischen.“



Aber auch andere Medien nimmt Storch, im Hauptberuf seit 2008 Mediachef von Ferrero, konsequent in die Pflicht. Beim Deutschen Medienkongress werden prominente Gattungsvertreter mit Storch über die Stärken und Schwächen ihrer Medien sowie über den Forderungskatalog der OWM diskutieren.

Für die Werbung in den Kinosälen spricht Stefan Kuhlow, seit 2016 Chief Executive Officer (CEO) von Werbe Weischer, dem größten Vermarkter für Kinowerbung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie läuft das Geschäft dort? 2018 war enttäuschend. Aber das erste Halbjahr 2019 zeigte sich wieder freundlicher: „Die Besucherzahlen der ersten sechs Monate liegen 7 Prozent über dem Vorjahr“, berichtet Kuhlow. Überhaupt sei Kinowerbung ein „Hort der Stabilität“, sagt Kuhlow. Weder Fernsehen noch Streaming-Dienste hätten daran bislang etwas geändert.


Stefan Kuhlow: "Kinowerbung ist ein Hort der Stabilität."
© Werbe Weischer
Stefan Kuhlow: "Kinowerbung ist ein Hort der Stabilität."
Die Out-of-Home-Branche vertritt Kai-Marcus Thäsler, seit September 2019 Geschäftsführer des Fachverbands Aussenwerbung (FAW). Er gibt sich optimistisch: „Zurzeit haben wir einen Marktanteil von 8 Prozent. Da sind 10 nicht mehr allzu fern.“ Thäsler, zuvor fünf Jahre Geschäftsführer bei der Ooh-Agentur Posterscope Deutschland, sieht noch viel Potenzial für die Außenwerbung: „Sie profitiert vom zunehmenden Einsatz von Daten, mit denen sich Touchpoints und Werbeträger bewerten lassen.“ Out-of-Home, glaubt Thäsler, „ist an einem Wendepunkt angelangt. Bislang haben die Akteure das Medium quasi mit analogen Augen oder einem analogen und einem digitalen Auge betrachtet. In Zukunft wird der Blick auf die Daten dominieren.“

Kai-Marcus Thäsler: "In Zukunft wird der Blick auf die Daten dominieren.“
© FAW
Kai-Marcus Thäsler: "In Zukunft wird der Blick auf die Daten dominieren.“
Ein weiterer profilierter Speaker in Frankfurt: Michael Trautmann, bekannt vor allem als Gründer der Agenturen Thjnk und Upsolut Sport. Daneben beschäftigt er sich aber auch mit neuen Formen der Arbeitswelt. Gemeinsam mit dem Hamburger Unternehmer Christoph Magnussen hat er die Podcast-Reihe „On the Way to New Work“ ins Leben gerufen, bei der es um Ideen für ein anderes Arbeiten geht. „Bei allen Tools, Cloud, künstlicher Intelligenz und Co. sind wir der Meinung, dass die Frage nach dem Sinn von und die Erfüllung durch Arbeit nie wichtiger war als heute“, finden die beiden. Über 150 Podcasts sind schon erschienen, und trotzdem spricht Trautmann in Frankfurt über „10 Learnings von einer Reise, die erst begonnen hat“.
Michael Trautmann: "Die Frage nach dem Sinn von und die Erfüllung durch Arbeit war nie wichtiger war als heute.“
© Thjnk
Michael Trautmann: "Die Frage nach dem Sinn von und die Erfüllung durch Arbeit war nie wichtiger war als heute.“
DMK 2020
Der 12. Deutsche Medienkongress findet am 29. und 30. Januar 2020 in der Alten Oper Frankfurt statt. Das zweitägige Branchentreffen liefert News, Trends und Inspiration von Unternehmenslenkern, Querdenkern und kreativen Köpfen aus Unternehmen, Medien und Agenturen. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung ist die Verleihung des HORIZONT Award an die Männer und Frauen des Jahres 2019. Alle Informationen gibt es auf der Website des Deutschen Medienkongresses. Der Normalpreis für die Teilnahme beträgt 999 Euro (zzgl. Mwst.). Die Anmeldung berechtigt gleichzeitig zum kostenfreien Besuch des HORIZONT Award. Veranstalter des Deutschen Medienkongresses 2020 sind HORIZONT und dfv Conference Group.

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