Deal mit Funke

Karstadt-Eigner René Benko wird Medienunternehmer

Die Funke Mediengruppe verkauft einen Teil ihres Auslandsgeschäfts
© Foto: Funke Mediengruppe
Die Funke Mediengruppe verkauft einen Teil ihres Auslandsgeschäfts
Der Immobilieninvestor René Benko steigt ins Mediengeschäft ein. Der Österreicher erwirbt von der Funke Mediengruppe 49 Prozent an der WAZ Ausland Holding. Die Gesellschaft hält jeweils rund 50 Prozent an den beiden großen österreichischen Tageszeitungen Kurier und der Kronen-Zeitung. 
Funke ist seit 1987 in Österreich aktiv. Über die WAZ Ausland Holding hält sie 50 Prozent an der Kronen Zeitung, der größten österreichischen Boulevardzeitung, und knapp 50 Prozent am Kurier. Die Signa Holding des österreichischen Unternehmerns René Benko ist vor allem durch spektakuläre Immobiliendeals bekannt geworden. Zu dem Reich des Tiroler Immobilienkönigs gehören unter anderem das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus und die Alsterarkaden in Hamburg oder die Alte Akademie in München. Außerdem gehört Karstadt zu Benkos Signa Holding, die nach der Fusion von Karstadt und Kaufhof mit 50,01 Prozent nun auch die Mehrheit an dem neuen Handelskonzern hält. Sein Privatvermögen wird auf rund 3,8 Milliarden Euro geschätzt. Mit der Beteiligung an der Kronen-Zeitung und dem Kurier steigt der 41-Jährige nun auch ins Mediengeschäft ein.


"Wir freuen uns sehr, mit Signa einen starken Partner für unsere verlegerischen Aktivitäten in Österreich gefunden zu haben", sagt Michael Wüller, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe. "Mit neuer Kraft und Dynamik werden wir die starken Marken gemeinsam in die Zukunft führen, vor allem auch durch eine konsequente Digitalisierung." 

"Die Digitalisierung löst die Grenzen zwischen traditionellen Geschäftsmodellen auf. Handel, Information und Unterhaltung, aber auch das Wohnen und die moderne Welt der Arbeit – diese Bereiche lassen sich schon heute nicht mehr trennen. Wir investieren deshalb strategisch in Geschäftsmodelle, die breite Konsumentenschichten mit außergewöhnlichen Produkten und Leistungen überzeugen und ihre zukünftigen Bedürfnisse in der analogen wie der digitalen Welt ganzheitlich abbilden. Die Transformation starker Marken spielt da eine ganz wesentliche Rolle", sagt René Benko zu dem Deal mit Funke. Benko kündigte an, er wolle mit Sigma vor allem "unser starkes Know-How in der Digitalisierung traditioneller Geschäftsmodelle erfolgreich in die Partnerschaft einbringen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Funke Mediengruppe, der Familie Dichand und der Raiffeisengruppe". 


Zum Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. dh
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