Datenmissbrauch, Cyber-Crime, Überwachung

Das sind die größten digitalen Ängste der Deutschen

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Die Digitalisierung hat längst viele Bereiche des täglichen Lebens erreicht - vom Onlinebanking über das Einkaufen im Netz bis hin zum Arbeitsalltag vieler Menschen. Eine Studie hat nun die digitalen Ängste der Deutschen ermittelt. Dabei zeigt sich: Hierzulande treibt die Menschen vor allem die Sorge um die eigenen Daten um. Eher gelassen sind die Deutschen in Bezug auf Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung der Arbeitswelt. 
In der Studie von iBusiness und Appinio wurden insgesamt 55 Ängste im Zusammenhang mit der Digitalisierung abgefragt. Dabei zeigte sich, dass die Deutschen insgesamt relativ ängstlich sind. Auf einer Skala von 1 ("Habe keine Angst") bis 6 ("Habe sehr große Angst") lag der Durchschnittswert bei allen abgefragten Bereichen bei einer glatten 4. 


Am meisten Angst haben die Deutschen vor dem Missbrauch der eigenen Daten (4,7 Punkte). Außerdem fürchten die Menschen mehr Überwachung der Bürger, die unnötige Speicherung personenbezogener Daten, eine "totale Überwachung" und einen Kontrollverlust über die eigenen Daten. Insgesamt drehen sich fünf der zehn größten digitalen Ängste um die eigenen Daten. 

Daneben fürchten viele Menschen auch um die Sicherheit im Netz. Auf Platz 2 steht die Sorge vor steigender Kriminalität im Internet, außerdem haben viele Deutsche Angst vor terroristischen Cyber-Attacken, Spionage aus dem Ausland und einer wachsenden Macht von Kriminellen. Als einziges gesellschaftliches Thema findet sich in den Top Ten die Angst vor Fake News wieder. 


Die Top 10 der digitalen Ängste der Deutschen 

1. Meine Daten werden missbraucht (4,70; Daten) 

2. Kriminalität im Internet steigt (4,68; Sicherheit) 

3. Bürger werden mehr überwacht (4,58; Daten) 

4. Terroristische Cyber-Attacken (4,54; Sicherheit)

5. Gesellschaft verlernt, Fakten zu akzeptieren durch Fake-News (4,54; Gesellschaft)

6. Spionage aus dem Ausland wird leichter (4,53; Sicherheit) 

7. Personenbezogene Daten werden unnötig gespeichert (4,52; Daten) 

8. Totale Überwachung (4,47; Daten) 

9. Bürger erleiden Kontrollverlust über eigene Daten (4,46; Daten)

10. Kriminelle kriegen mehr Macht (4,46; Sicherheit) 

"Sehr stark in Deutschland verbreitet sind die Ängste um Datenmissbrauch, Überwachung und vor dem digitalen Kontrollverlust", sagt Joachim Graf, Zukunftsforscher und Herausgeber von iBusiness: "Hier liegen sämtliche Werte über dem Gesamtdurchschnitt. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Thema Datensicherheit und Datenschutz für sehr viele Deutsche von überragender Wichtigkeit ist. Darauf müssen Unternehmen und Politik Rücksicht nehmen." 

Weniger Sorgen bereitet den Deutschen die Angst vor den eigenen digitalen Fähigkeiten und der Digitalisierung der Arbeitswelt. Am wenigsten Angst haben die Befragten, selbst "als digitaler Analphabet" zu enden. "Was uns selbst bei der Studie überrascht hat, ist, dass sich keine Ängste zur Digitalisierung der Arbeitswelt oder zu Künstlicher Intelligenz in den Top Ten finden", sagt Appinio-CEO Jonathan Kurfess. "Denn gerade Themen wie ständige Erreichbarkeit, fehlende Trennung von Arbeit und Freizeit oder dass Künstliche Intelligenz den Menschen verdrängt, werden medial stark besprochen." Für die Studie wurden 1075 Personen ab 16 Jahren über ihr Smartphone befragt. dh

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