Datenaustausch

Kartellamt will Facebook Nutzung von Drittanbieter-Daten untersagen

Das Bundeskartellamt geht gegen Facebook vor
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Das Bundeskartellamt geht gegen Facebook vor
Das Bundeskartellamt nimmt Facebook in die Pflicht. Dem Konzern soll die Sammlung bestimmter Nutzerdaten untersagt werden. Das berichtet die Bild am Sonntag. Dabei geht es vor allem um Daten, auf die Facebook über Schnittstellen zu anderen Anbietern zugreift. 
Dazu gehören zum Beispiel Daten, die über die Facebook-Töchter WhatsApp und Instagram erhoben werden, sowie andere Drittanbieter wie Twitter, Spiele-Apps oder Websiten, bei denen sich Nutzer über Facebook anmelden können. Nach den Erkenntnissen des Bundeskartellamtes sammelt das Unternehmen über all diese Schnittstellen Nutzerdaten, die dann mit dem jeweiligen Facebook-Konto zusammengeführt werden. Die Erhebung dieser Daten soll laut BamS nun teilweise verboten werden.


In einer vorläufigen Einschätzung hatte das Kartellamt bereits vor gut einem Jahr moniert, dass das weltgrößte Online-Netzwerk in Deutschland "unbegrenzt jegliche Art von Nutzerdaten aus Drittquellen sammelt" und mit dem Facebook-Konto zusammenführt. Anfang Januar hatte Kartellamtspräsident Andreas Mundt angekündigt, dass die Behörde "Anfang 2019" eine Entscheidung zu Facebook verkünden werde. "Wir meinen, dass Facebook den relevanten Markt beherrscht", sagte Kartellamts-Chef Andreas Mundt der "Rheinischen Post". 

Laut BamS wollen die Wettbewerbshüter Facebook eine Frist einräumen, um die Vorgaben umzusetzen. Sollte sich das Unternehmen weigern, die Vorgaben umzusetzen, drohen Zwangsgelder in Millionenhöhe. Gegenüber der Zeitung kündigte eine Facebook-Sprecherin bereits an, dass man die Meinung des Kartellamtes nicht teile. "Wir werden diese Position auch weiterhin verteidigen." dh


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