Dallas an der Weser

Wie zerstrittene Verleger ein regionales Medienhaus ruinieren

Verlassen in wenigen Wochen das Haus: Die beiden Vorstände Jan Leßmann (links) und Eric Dauphin
Verlassen in wenigen Wochen das Haus: Die beiden Vorstände Jan Leßmann (links) und Eric Dauphin
In Medien-Deutschland wimmelt es geradezu von mittelständischen Verlagen. Das ist gut, könnte man meinen. Und zwar nicht nur für die journalistische Vielfalt. Sondern auch für die Verlage selbst, die Entscheidungen anders als große Konzerne auf dem kurzen Dienstweg fällen können und daher weniger schwerfällig sein sollten. Die Realität sieht allerdings oft anders aus - leider. Aktuelles Beispiel ist die Bremer Tageszeitungen AG.
Die deutsche Zeitungslandschaft ist stolz auf ihre mittelständische Prägung mit ihren oft noch aus Familienhand geführten Verlagen. Unternehmerisch blicken die Häuser auf eine über mehrere Generationen währende Geschichte, an deren Anfang ein meist ideell getriebener Gründer steht. Werte und Traditionen haben entsprechend Gültigkeit. Was die Mittelständler außerdem auszeichnet: Anders als in Konzernen besitzt das Management – solange es das Vertrauen der Besitzer genießt – relative Handlungsfreiheit. Die Entscheidungswege sind kurz, die Strukturen durchlässig. Die Wirklichkeit jedoch ist oft eine andere.

DuMont, der Süddeutsche Verlag und Funke (als die Gruppe noch WAZ hieß) sind nur die prominentesten Gegenbeispiele: Mal kommt eine Generation ans Ruder, die mit dem Erbe nichts anzufangen weiß, mal wird das Herausgeben einer Zeitung mit dem Herausnehmen der Gewinne verwechselt, mal sind die nachfolgenden Generationen untereinander derart zerstritten, dass nichts mehr vorangeht. Aktuelles Beispiel für sich gegenseitig blockierende Anteilseigner ist die Bremer Tageszeitungen AG.

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