D-Force

Kartellamt winkt Joint Venture von Pro Sieben Sat 1 und RTL durch

Will Netflix in Schach halten: Matthias Dang, Geschäftsführer IP Deutschland
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Will Netflix in Schach halten: Matthias Dang, Geschäftsführer IP Deutschland
Gute Nachricht für Pro Sieben Sat 1 und die Mediengruppe RTL Deutschland. Der gemeinsamen Demand-Side-Platform D-Force steht nichts mehr im Wege. Wie die beiden TV-Konzerne mitteilen, hat das Bundeskartellamt das Anfang Juni angekündigte Vorhaben inzwischen genehmigt.

Mir D-Force ist ein großes Versprechen an die Werbeindustrie verbunden. Glaubt man Pro Sieben Sat 1 und der Mediengruppe RTL Deutschland, dann können Werbungtreibende ihre Zielgruppen künftig im Bereich Addressable TV und Onlinevideo über die  automatisierte Buchungsplattform deutlich einfacher erreichen. 



"Für die Werbekunden wird die Buchung von Addressable TV- und Videokampagnen deutlich attraktiver und einfacher und für uns eröffnet sich ein neuer Wachstumsmarkt", sagt Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung des Pro-Sieben-Sat-1-Vermarkters Seven-One Media. "Wir freuen uns sehr, dass wir grünes Licht vom Bundeskartellamt erhalten haben und das Thema mit der Mediengruppe RTL nun mit aller Kraft vorantreiben können."

Matthias Dang, Geschäftsführer der Ad Alliance und Geschäftsführer Vermarktung, Technologie und Daten bei der Mediengruppe RTL Deutschland, sieht der Zusammenarbeit ebenfalls mit großem Optimismus entgegen. "Eigene Inhalte sind unsere Kernkompetenz, auch und gerade im digitalen Werbemarkt. Umso mehr freuen wir uns, dass diese qualitativ hochwertigen und 100 Prozent brandsafen Umfelder für unsere Werbekunden künftig einfach und über eine einheitliche Technologie buchbar sind", sagt Dang.


Nicht zuletzt hoffen die TV-Konzerne, mit ihrem gemeinsamem Baby D-Force den GAFA-Konzernen Google, Amazon, Facebook und Apple sowie Streaming-Anbietern wie Netflix etwas entgegensetzen zu können. "Wir investieren dabei in einen Wachstumsmarkt und bieten eine echte Alternative zu den internationalen Tech-Plattformen", sagt Dang. 

Die TV-Konzerne sind zuversichtlich, dass die Nachfrage bei Werbungtreibenden groß ist. D-Force biete ihnen einen Zugang aus einer Hand - und zwar unabhängig davon, ob Zuschauer im TV oder online erreicht werden sollen. Bis 2022 solle der Markt für Addressable TV und Onlinevideo in Deutschland voraussichtlich im einstelligen Euro-Milliardenbereich liegen, teilen die Unternehmen mit. Aktuell seien schon 18 Millionen TV-Geräte im deutschsprachigen Raum für Addressable TV und somit individualisierte Werbung erreichbar. mas

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