Coronakrise

Spiegel reagiert mit Sparprogramm / Erste Verlage beantragen Kurzarbeit

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Noch braucht der Spiegel keine Hilfe, der Verlag tritt aber auf die Kostenbremse
© Bernd Weidmann
Noch braucht der Spiegel keine Hilfe, der Verlag tritt aber auf die Kostenbremse
Zu den Branchen, die besonders hart von der Coronakrise getroffen werden, gehören auch Medienunternehmen. Vor allem der Werbemarkt ist regelrecht eingebrochen. Der Spiegel reagiert nun mit einem Sparprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro auf die aktuelle Situation und prüft Kurzarbeit in verschiedenen Bereichen. Andere Verlage und Medienunternehmen haben bereits Kurzarbeit angemeldet. 
In einem Schreiben an die Mitarbeiter, das HORIZONT vorliegt, informierte Geschäftsführer Thomas Hass die Belegschaft des Spiegel heute über die aktuelle Situation und die geplanten Maßnahmen. "Wir bewegen uns in Marktumfeldern, die in weiten Teilen sehr stark betroffen sind von der Krise und Verunsicherung", schreibt Hass. In der Vermarktung gebe es bereits nach kurzer Zeit "deutliche negative Tendenzen" in Print und Digital. Der Spiegel verfüge zwar über eine gute wirtschaftliche Basis, um der Krise zu begegnen, allerdings müsse man dafür sorgen, mit "einer möglicherweise anhaltend wirtschaftlich schwierigen Situation umgehen (zu) können".


Neben der Förderung "erlösrelevanter Projekte" wie dem Ausbau von Spiegel+ und dem Bereich Concept Solutions bei Spiegel Media sowie dem Relaunch des Manager Magazins gehört dazu auch ein Sparprogramm mit einem Umfang von zehn Millionen Euro für das laufende Jahr. Als Sofortmaßnahmen werden unter anderem Marketingbudgets reduziert, Beratungsbudgets für Projekte ohne Erlös- und Kostenrelevanz gestrichen und Umzüge und Umbauten gestoppt.

Darüberhinaus prüfe man Kurzarbeit in verschiedenen Bereichen und stelle Neueinstellungen und Entfristungen auf den Prüfstand. Wesentliche organisatorische Veränderungen oder betriebsbedingte Kündigungen sind zumindest kurzfristig nicht vorgesehen. 


Der Spiegel ist freilich nicht der einzige Verlag, der durch die Coronakrise auf die Kostenbremse tritt. So haben unter anderem die Funke Mediengruppe (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) und die Südwestdeutsche Medienholding SWMH (Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Zeitung) bereits Kurzarbeit angemeldet. Auch Bertelsmann hat für seine Dienstleistungstochter Arvato Kurzarbeit beantragt und prüft diesen Schritt für weitere Bereiche. Auch die Verlagstochter Gruner + Jahr erwägt diese Maßnahme Medienberichten zufolge für einige Bereiche, etwa in der Verwaltung. Ähnlich äußert sich Axel Springer: Auch hier wird derzeit geprüft, ob man Hilfen bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt. dh
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