Corona-Werbekrise

Weitere Medienhäuser mit Kurzarbeit / Zeit-Chefs verzichten auf 25 Prozent Gehalt

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Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Geschäftsführer Rainer Esser verzichten auf Gehalt
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Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Geschäftsführer Rainer Esser verzichten auf Gehalt
Noch kein Ende abzusehen: Der Fernsehriese Pro Sieben Sat 1 spürt die Folgen der Corona-Krise massiv im Werbegeschäft. Auch Ströers Nachrichtenportal T-Online soll Kurzarbeit planen. Und bei der Zeit setzen Chefredakteur und Geschäftsführer ein Zeichen.
Nach HORIZONT-Informationen auf Basis einer Mail an Mitarbeiter geht Pro Sieben Sat 1 für April von einem Einbruch der Werbeerlöse von 30 bis 50 Prozent aus. Eine Sprecherin will diese Zahlen nicht kommentieren – „konkrete Aussagen“ werde man erst im Rahmen der Quartalsberichterstattung am 7. Mai veröffentlichen. Bis dahin nur dies: „Natürlich spüren auch wir die Herausforderungen der Corona-Pandemie im Werbegeschäft.“ Kurzarbeit setzt der Konzern derzeit nur bei einzelnen Beteiligungen seiner Sparte Nucom ein, in der das Digitalgeschäft gebündelt ist – etwa bei den Portalen Billiger-mietwagen.de und Aroundhome.de (Handwerksvermittlungen).


Der Wettbewerber RTL Group hatte wegen Stornierungen von Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen bereits vor zwei Wochen seinen Dividendenvorschlag zurückgezogen; bei der deutschen Mediengruppe RTL gilt ein Einstellungsstopp.

Unterdessen werden die seit Monatsanfang bekannten Pläne der Zeit etwas konkreter: Eine Sprecherin bestätigt HORIZONT-Informationen, wonach der Verlag nun für drei Monate Kurzarbeit einführe, auch für die Print-Redaktion, wenn auch dort in einem geringeren Ausmaß. Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Geschäftsführer Rainer Esser verzichten in dieser Phase jeweils auf ein Viertel ihres Gehaltes.


Auch das Ströer-Nachrichtenportal T-Online setzt nach HORIZONT-Informationen Kurzarbeit ein oder plant dies – inklusive der Redaktion. Chefredakteur Florian Harms will dies auf Anfrage nicht kommentieren und verweist auf den Unternehmenssprecher; dieser ist seit Mittwoch telefonisch nicht zu erreichen und lässt Mail-Anfragen unbeantwortet.

Zuvor hatten bereits Verlage wie Axel Springer, Bauer, SWMH, Funke, G+J, Spiegel und Motorpresse Stuttgart entsprechende Pläne bestätigt. Auch die dfv Mediengruppe, in der unter anderem HORIZONT erscheint, plant ab Mai Kurzarbeit. rp
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