Special

Zeit-Chef Rainer Esser plant Kurzarbeit gegen Corona-Anzeigeneinbrüche
Mara Monetti
Corona-Medienkrise

Auch die Zeit plant Kurzarbeit / Klambt reduziert Heftumfänge

Zeit-Chef Rainer Esser plant Kurzarbeit gegen Corona-Anzeigeneinbrüche
Nach Funke, der Zeitungsholding SWMH und dem Spiegel plant nun auch der Zeit Verlag aufgrund von Werbeeinbrüchen infolge der Corona-Wirtschaftskrise mit Kurzarbeit. Die Mediengruppe Klambt dagegen druckt dünnere Hefte und verschiebt Investitionen.
von Roland Pimpl Sonntag, 05. April 2020
Alle Artikel dieses Specials
X
Während Funke bei seinen Regionalzeitungen Kurzarbeit bereits beantragt hat und der Spiegel noch prüft, plant die SWMH (Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Zeitung, Frankenpost) laut einem Medienbericht entsprechende Schritte – und nun auch die Zeit. Das bestätigte eine Sprecherin der Hamburger Wochenzeitung gegenüber dem Medienpodcast Unter Zwei laut einer Vorabmeldung.


Welche Bereiche betroffen seien, das prüfe und bespreche man gerade, ebenso den Zeitraum und die Konditionen. Die Verluste im Anzeigenmarkt und anderswo – wohl gerade bei den Leserreisen und Veranstaltungen – habe der Verlag mit höheren Vertriebserlösen nicht kompensieren können, heißt es.

„Es wäre ausgesprochen hilfreich und sehr sinnvoll, wenn die Bundesregierung und alle öffentlichen Stellen die Zeitungen intensiv für ihre Kommunikation in Zeiten von Corona nutzen.“
Rainer Esser
„Das Ausmaß werden wir erst einschätzen können, wenn wir absehen können, wie lange diese Krise anhält“, zitiert Unter Zwei den Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser. Staatliche Subventionen seien für ihn kein Thema, dafür aber Anzeigenschaltungen: „Es wäre ausgesprochen hilfreich und sehr sinnvoll, wenn die Bundesregierung und alle öffentlichen Stellen die Zeitungen intensiv für ihre Kommunikation in Zeiten von Corona nutzen.“


Meist gelesen auf Horizont+
Bei der Mediengruppe Klambt plant man „zurzeit“ keine Kurzarbeit, wohl aber dünnere Hefte: „Wir werden in den Portfoliobereichen, in denen Anzeigenumsatzrückgänge ab April anstehen, Umfänge der Notwendigkeit und wirtschaftlichen Situation anpassen“, sagt Verleger Lars Joachim Rose gegenüber HORIZONT. Gemeint ist vor allem der Standort Hamburg mit Titeln wie Grazia, Für Sie, Petra, Jolie, OK, In und Vital. Hier rechnet Rose im zweiten Quartal mit einem Werbeminus gegenüber Plan von rund einem Viertel.

Bei den Heften aus Baden-Baden, also den TV-Titeln (etwa Funkuhr, Bildwoche, Die Zwei) und den unterhaltenden Frauenzeitschriften (darunter 7 Tage, Welt der Frau) befürchtet der Klambt-Chef bis jetzt lediglich „geringe Rückgänge“, da ein hoher Anteil des Anzeigenumsatzes aus dem Bereich Pharma stamme, „welcher zurzeit relativ stabil“ sei.

Fürs gesamte Haus werde man „noch nicht getätigte oder vertraglich bereits vereinbarte Investitionen auf das zweite Halbjahr oder auf 2021 verschieben“. Einen Ausblick fürs laufende Jahr will Rose nicht geben: „Die Umsatzentwicklung des zweiten Halbjahres, und hier insbesondere des vierten Quartals, wird von der Dauer der Krise und der damit verbundenen Maßnahmen abhängen.“ rp
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats