Corona-Medienkrise

Auch Axel Springer, Gruner + Jahr und Motorpresse Stuttgart planen Kurzarbeit

   Artikel anhören
Die Axel Springer Zentrale
© Foto: ASV
Die Axel Springer Zentrale
Die Liste der Medienhäuser, die Kurzarbeit prüfen, wird täglich länger. Nach Funke, der Zeitungsholding SWMH, dem Spiegel und dem Zeit Verlag planen oder starten nun auch Axel Springer, G+J und die Motorpresse Stuttgart dieses Instrument. Der Jahreszeiten Verlag prüft „diverse Szenarien und Handlungsoptionen“.
„Kurzarbeit wird bei Axel Springer geprüft“, erklärt ein Axel-Springer-Sprecher auf Anfrage. Beim hauseigenen Event-Dienstleister Pace sei dies bereits angemeldet. Die übrigen Bereiche würden über Kurzarbeit „in Rücksprache mit dem zuständigen Bereichsvorstand jeweils selbst entscheiden und dies dezentral handhaben“. Die Corona-Krise führe bei vielen Werbekunden zu Verunsicherung, „die sich teilweise auch in Stornierungen bereits gebuchter Kampagnen“ ausdrücke.


Ähnlich ist das Bild bei Gruner + Jahr: „Während das Vertriebsgeschäft weiter sehr ordentlich läuft – im Abonnement und im Einzelhandel sogar besser als sonst –, steht das Anzeigengeschäft unter Druck“, so eine Sprecherin, auch wenn es für eine Prognose fürs Gesamtjahr noch zu früh sei. Daher prüft auch G+J Kurzarbeit. „Es ist wahrscheinlich, dass wir für verschiedene Bereiche des Verlags Kurzarbeit anmelden werden.“

Die Motorpresse Stuttgart senkt ihre Arbeitszeit ab 21. April auf 60 Prozent. "Die Kurzarbeit gilt solidarisch für alle 542 Mitarbeiter des Stammhauses", sagt ein Sprecher.


Beim Jahreszeiten Verlag meidet man offiziell noch den Begriff Kurzarbeit. „Selbstverständlich prüfen wir derzeit diverse Szenarien und Handlungsoptionen intensiv, um dem sicheren, wenn auch schwer prognostizierbaren Umsatzrückgang zu begegnen“, sagt CEO Jörg Hausendorf. „Zeitschriften erscheinen ja zum Glück weiter – wenn auch einige für uns wichtige Vertriebskanäle beeinträchtigt sind“, erklärt er mit Blick auf wenig frequentierte Bahnhofsbuchhandlungen und geschlossene Flughafenläden. Hausendorf: „Mächtiger sind die Einflüsse der Krise auf die Werbewirtschaft und damit auf unsere Vermarktungserlöse.“ rp
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats