Champions-League-Rechte

Bundeskartellamt stellt Verfahren gegen Sky und DAZN ein

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Andreas Mundt
Andreas Mundt
Das Bundeskartellamt hat das im Herbst 2018 eröffnete Verfahren gegen Sky und DAZN wegen der Aufteilung der Champions-League-Rechte eingestellt - unter anderem wegen der Coronakrise. Es sei aktuell kaum absehbar, wie sich der Markt wegen der Zwangspause des internationalen Fußballs in naher Zukunft entwickeln werde. 
Zur Erinnerung: Das Kartellamt hatte im Oktober 2018 ein Verwaltungsverfahren gegen die beiden Anbieter eingeleitet, nachdem Sky einen Teil seiner Übertragungsrechte an der Champions League an den Konkurrenten DAZN weitergereicht hatte. Die Wettbewerbshüter interessierte dabei vor allem, wann und in welcher Form die Kooperation der beiden Unternehmen beschlossen wurde. Das Kartellamt hatte den Verdacht, dass die Zusammenarbeit schon im Vorfeld der Rechtevergabe vereinbart worden war. 


Sky hatte sich bei der Vergabe die Rechte für die Champions League von 2018 bis 2021 zunächst für alle Übertragungswege gesichert und einen Teil der Online-Rechte an die britische Perform Group und deren Streamingdienst DAZN weitergereicht. 

"Das Verhalten von Sky und DAZN war auf den ersten Blick kartellrechtlich nicht unproblematisch", erklärt 
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Es sprachen dennoch einige Gründe für die Einstellung des Verfahrens. Der Markt ist generell in Bewegung, neue Player treten auf - das hat die kürzlich erfolgte Champions League Rechtevergabe für die Spielzeiten ab 2021/22 erneut gezeigt. Darüber hinaus ist aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise auf die aktuellen Spielzeiten im nationalen wie im internationalen Fußball kaum absehbar, wie sich der Markt in naher Zukunft entwickeln wird. Die Wirkungen eines kartellrechtlichen Eingriffs wären deshalb derzeit mit besonderen Unsicherheiten behaftet." 


Kooperationen von Sendern nach der Rechtevergabe seien im Gegensatz zu Absprachen im Vorfeld unter bestimmten Umständen erlaubt, erklärt das Kartellamt, betont aber zugleich, dass diese im Zweifel "zuvor von den zuständigen Wettbewerbsbehörden geprüft werden" müssten. 

Ein Faktor bei der Entscheidung war sicherlich auch, dass Sky bei der letzten Vergabe der Champions-League-Rechte leer ausgegangen ist und die Übertragungsrechte nach fast 20 Jahren an DAZN und Amazon verloren hat. dh
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