Cambridge Analytica

Facebook-Konzern Meta strebt Vergleich in US-Nutzerklage an

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Die Klage wegen von Cambridge Analytica erlangten Facebook-Nutzerdaten könnte mit einem Vergleich enden, der Meta gleichwohl Millionen Dollar kosten könnte
© Imago/Andre M. Chang
Die Klage wegen von Cambridge Analytica erlangten Facebook-Nutzerdaten könnte mit einem Vergleich enden, der Meta gleichwohl Millionen Dollar kosten könnte
Der Facebook-Konzern Meta will eine seit Jahren laufende Klage von US-Nutzern im Zusammenhang mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica mit einem Vergleich beilegen. Anwälte beider Seiten baten am Wochenende das Gericht in Kalifornien, das Verfahren für 60 Tage auszusetzen, damit sie Details einer Einigung ausarbeiten können.
In gut drei Wochen sollten sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und die jahrelang für das operative Geschäft zuständige Top-Manager Sheryl Sandberg mehrstündigen Befragungen durch Anwälte der Kläger stellen. Für Carole Cadwalladr, die Journalistin des Observer, deren Untersuchungen über Facebook und Cambridge Analytica half, den Skandal öffentlich zu machen, ist der Zeitpunkt bezeichnend: "Es ist ein Maß dafür, wie verzweifelt Zuckerberg ist, um die Beantwortung von Fragen über Facebooks Vertuschung der Cambridge Analytica-Datenverletzung zu vermeiden, dass Facebook diesen Fall nur wenige Tage vor seinem sechsstündigen Kreuzverhör unter Eid beigelegt hat", wird Cadwalladr vom englischen Guardian zitiert.

Details zu angestrebten Konditionen der Vereinbarung wurden zunächst nicht öffentlich. Ein Vergleich müsste noch vom Gericht freigegeben werden, damit er wirksam wird.

Im Fall Cambridge Analytica hatte eine Analysefirma Zugriff auf einige Daten von Millionen Facebook-Nutzern bekommen, ohne dass es diesen bewusst war. Die Firma hatte eine Umfrage veröffentlicht, an der einige Facebook-Nutzer teilnahmen. Doch dank der damaligen Privatsphäre-Einstellungen bekam sie auch Zugang zu einigen Informationen ihrer Facebook-Freunde. Als das bekannt wurde, geriet Facebook unter Druck und gelobte Besserung beim Datenschutz.

Cambridge Analytica hatte im Wahlkampf zur Präsidentenwahl 2016 eine Zeit lang auch für den damals siegreichen Donald Trump gearbeitet. Die Rolle dieser Daten für den Erfolg wurde jedoch später heruntergespielt.

Die US-Nutzerklage war 2018 eingereicht worden. Bei einer Niederlage im dem Fall wären Zahlungen von mehreren hundert Millionen Dollar möglich gewesen.

Der Skandal kann auch andere rechtliche Konsequenzen haben: So reichte der Generalstaatsanwalt der Hauptstadt Washington, Karl Racine, im Mai eine Klage gegen Zuckerberg persönlich ein. Er sei als Facebook-Chef direkt an Entscheidungen beteiligt gewesen, die zu dem Skandal geführt hätten, argumentierte Racine.
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