Bremer Tageszeitungen AG

Moritz Döbler und David Koopmann in den Vorstand berufen

Der neue Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG: David Koopmann (l.) und Moritz Döbler
© Bremer Verlag
Der neue Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG: David Koopmann (l.) und Moritz Döbler
Sozusagen auf den letzten Drücker konnte sich der zerstrittene Aufsichtsrat des Bremer Verlags nun doch noch auf ein neues Führungsduo einigen. Gefunden wurde eine interne Lösung: Nachfolger von Jan Leßmann und Eric Dauphin werden Moritz Döbler und David Koopmann. Beide werden ihre Vorstandsposten in Personalunion zu ihren bisherigen Aufgaben führen: als Chefredakteur der eine, als Leiter Märkte der andere.

Der Gang zum Amtsgericht wäre wohl doch zu blamabel gewesen. Am Dienstagabend hat sich der Aufsichtsrat der Bremer Tageszeitungen AG darauf verständigt, Moritz Döbler und David Koopmann in den Vorstand zu berufen. Damit endet ein zähes Ringen um die Nachfolge der bereits ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Eric Dauphin und Jan Leßmann. Zwar könnte das nun gefundene Führungsduo mittelfristig zu einem Trio erweitert werden, vorerst liegt die Leitung aber allein in der Verantwortung von Döbler und Koopmann.



Döbler, 53, ist seit 2013 Chefredakteur des Weser-Kurier und kam damals vom Tagesspiegel. Koopmann, 49, ist seit 1997 im Haus und wird sich auch in Zukunft um den Werbe- und Lesermarkt sowie den Kundenservice und Drittgeschäft kümmern.

Moritz Döbler übernimmt beim "Weser Kurier"
Kai-Uwe Heinrich , © Weser Kurier / Kai-Uwe Heinrich
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Moritz Döbler wird neuer Chefredakteur

Der Bremer "Weser Kurier" bekommt einen neuen Chefredakteur: Moritz Döbler, derzeit Geschäftsführender Redakteur und Mitglied der Chefredaktion des "Tagesspiegel" in Berlin, wird "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" das Ruder bei der Tageszeitung übernehmen. Damit legt der "Weser Kurier" die Verantwortung wieder in die Hände einer Person, nachdem seit Ende 2013 eine Doppelspitze im Amt war.

Erst am Montag hatten sich die beiden zerstrittenen Familienstämme Hackmack und Meyer vor dem Landgericht Bremen getroffen, weil sie sich auch innerhalb ihrer KG ständig blockieren, aber verhindern wollten, vom jeweils anderen aus dem Gesellschafterkreis gedrängt zu werden. Die Unfähigkeit zu gemeinsamen Entscheidungen spiegelt sich in permanent sich wiederholenden Pattsituationen im ebenfalls paritätisch von Vertretern der beiden Familien besetzten Aufsichtsrat. Ob die nun gefundene Lösung mit den beiden internen Führungskräften daran etwas ändern wird, ob gar so etwas wie Aufbruchstimmung ins lange schon gelähmte und unter Reformstau stehende Haus kommt, bleibt abzuwarten. Im schlechtesten Fall könnte es Döbler und Koopmann ergehen wie ihren Vorgängern.


Die Bremer Tageszeitungen AG setzte 2017 noch 77,66 Millionen Euro um und sammelte Verluste in Höhe von 5,2 Millionen Euro an. In der Bilanz ist außerdem die Prognose zu lesen: "Nach den letzten beiden Verlustjahren wird auch für 2018 mit einem Verlust in ähnlicher Größenordnung gerechnet". In dem Verlag erscheinen neben dem Weser-Kurier die Bremer Nachrichten, die Verdener Nachrichten sowie die App Mein Werder. usi

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