Breitseite gegen Bauer, Burda und Co

Jan Böhmermann knöpft sich die Klatschpresse vor - mit eigenem Printmagazin

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Jan Böhmermann hat sein eigenes Klatschmagazin an den Kiosk gebracht - und teilt so gegen Bauer, Burda und Co aus
© ZDF/Youtube
Jan Böhmermann hat sein eigenes Klatschmagazin an den Kiosk gebracht - und teilt so gegen Bauer, Burda und Co aus
Jan Böhmermann hat mal wieder zugeschlagen - und es mit seiner jüngsten Satire-Aktion und einem zum Verwechseln ähnlich aussehenden Klatschmagazin in die Kioskregale unter die Illustrierten zu Promis, Adel und Showbusiness geschafft. Am Samstag lag die Sonderausgabe vielerorts im Supermarkt und im Kiosk aus, das Heft war von seiner Aufmachung her auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden von den echten Promizeitschriften. Das Ganze ist eine Breitseite gegen Verlage wie Bauer Media, Hubert Burda Media, Funke und Klambt.
Das Heft "Freizeit Magazin Royale" dreht sich allerdings nicht um die üblichen Stars und Sternchen, sondern um Verlegerinnen und Verleger großer Medienhäuser, die hinter den umgangssprachlich auch als Regenbogenpresse bezeichneten Blättern stehen. Böhmermann will mit der Parodie - "Deutschlands einzig wahrem Klatsch-Magazin" - samt offensichtlich falschen Gerüchten und überspitzten Falschnachrichten in knalligen Überschriften Arbeitsweisen in der Branche kritisieren.

Verlagshäuser reagierten auf die Aktion teils gelassen. Ein Sprecher von Hubert Burda Media teilte am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: "Komödianten genießen Narrenfreiheit. Die Geschichten eines Komödianten werden wir nicht kommentieren."
Die Bauer Media Group kommentierte das Ganze auf dpa-Nachfrage so: "Satire finden wir richtig und wichtig. Und als Publisher Nummer 1 werten wir es als ein positives Zeichen, wenn Verlage neue Zeitschriften auf den Markt bringen und kreative Magazin-Konzepte möglichst viele Menschen erreichen." Das Unternehmen betonte zugleich: "Allerdings finden wir es besorgniserregend, dass das ZDF offensichtlich die rechtlichen Grenzen seines Rundfunkauftrags verlassen hat, indem es mit Rundfunkgebühren eine neue Print-Zeitschrift publiziert."

Böhmermann hatte in seiner TV-Satireshow "ZDF Magazin Royale" im ZDF-Hauptprogramm am Freitagabend die Aktion angekündigt. Er flankierte sie am Wochenende weiter über die Sozialen Medien, auch über den Twitter-Account der TV-Show.

Vom ZDF hieß es auf Anfrage: "Anlässlich der neuesten Ausgabe des "ZDF Magazin Royale" zum Thema Boulevardjournalismus gibt es eine begleitende Printpublikation. Gemäß Medienstaatsvertrag erfolgt die Herausgabe der auf eine Ausgabe beschränkten Begleitpublikation unter redaktioneller Verantwortung und im Auftrag des ZDF durch die Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld UE GmbH in Köln." Die Firma produziert auch das TV-Format.

Auf Twitter posteten Leute am Wochenende Fotos des Magazins im Kioskregal oder im Supermarkt-Einkaufswagen liegend. Andere schrieben, dass sie nicht fündig wurden. Böhmermanns Team richtete auch einen Online-Shop ein. Auf der Verkaufsplattform Ebay wurde das ursprünglich für 99 Cent angebotene Magazin am Wochenende bereits für ein Vielfaches gehandelt. dpa
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