Brainpool

Raab darf Anteile vorerst nicht verkaufen / Ex-Chefs scheitern mit Weiterbeschäftigungsklage

Peter Langenberg führt Brainpol als Interimschef
© Banijay Group
Peter Langenberg führt Brainpol als Interimschef
Das Landgericht Köln hat den Verkauf der Anteile von Stefan Raab, 51, an der Produktionsfirma Brainpool vorerst unterbunden. Es bestätigte am Donnerstag eine entsprechende einstweilige Verfügung, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.
Die Übertragung der Beteiligung an den französischen Fernsehproduzenten Banijay könne daher zunächst nicht vollzogen werden. In der Frage gibt es allerdings auch noch ein Hauptsacheverfahren.


Der frühere TV-Entertainer hatte seine Beteiligung von 12,5 Prozent im März an Banijay verkauft. Brainpool-Gründer Jörg Grabosch erwirkte dagegen jedoch eine einstweilige Verfügung. Seit Ende der 90er Jahre hatte Brainpool Raab, der Ende 2015 vom Bildschirm verschwand, mit vielen Pro-Sieben-Sendungen den Weg zu großer Popularität geebnet. Mit Raabs Anteilen hätte Banijay die Mehrheit an Brainpool: 62,5 Prozent.

Brainpool-Gründer Grabosch hatte sich zudem gegen seine Abberufung als Geschäftsführer gewehrt. Die einstweilige Verfügung, nach der er in dem Job vorerst weiterbeschäftigt werden muss, hob das Gericht nach Angaben der Sprecherin nun allerdings auf. Brainpool muss Grabosch demnach nicht als Geschäftsführer behalten. Gleiches gelte für seinen Geschäftsführer-Kollegen Andreas Scheuermann.


Davon hat die Banijay Group auch gleich Gebrauch gemacht. Wie das Unternehmen mitteilt, wird Peter Langenberg, COO der Banijay Group, die Brainpool-Gruppe von nun an als alleiniger Geschäftsführer führen. Langenberg wird das Unternehmen, neben seinen Aufgaben als COO der internationalen Gruppe, interimistisch und gemeinsam mit dem Managementteam bis zur Ernennung eines neuen Geschäftsführers leiten.

"Nach einigen Monaten der Ungewissheit ist es heute nun zu einer für uns positiven Entscheidung bezüglich der Geschäftsführung und für die Zukunft von Brainpool gekommen. Leider haben wir es nicht geschafft, uns in diesem Zeitraum mit Andreas Scheuermann und Jörg Grabosch außergerichtlich zu einigen. Wir danken ihnen jedoch für die langjährige Arbeit als Geschäftsführer von Brainpool", sagt Langenberg. 

Gegen die Entscheidung des Gerichts, die Verfügung gegen die Übertragung der Brainpool-Geschäftsanteile von Stefan Raab auf Banijay aufrecht zu erhalten, will Banijay in Berufung gehen. Mit dem endgültigen Urteil des Oberlandesgerichts Köln sei im Herbst zu rechnen. mas/dpa
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