Boom der Streamingdienste

Wie sich das Kino verändern muss, um zukunftsfähig zu bleiben

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Keines der großen Hollywood-Studios wollte "The Irishman" produzieren - dann schlug Netflix zu
© Netflix
Keines der großen Hollywood-Studios wollte "The Irishman" produzieren - dann schlug Netflix zu
Der Streamingmarkt 2020 verspricht spannend zu werden: Marktführer Netflix will so viel Geld in seine Eigenproduktionen stecken wie nie zuvor und erobert ganz nebenbei Hollywood, mit Apple TV+ und vor allem Disney+ haben zwei neue starke Player das Spielfeld betreten und beanspruchen ein gutes Stück vom Kuchen für sich. Doch welche Auswirkungen haben die "Streaming Wars" aufs Kinogeschäft? Und wie müssen sich die Kinos im Zeitalter der Streamingdienste aufstellen, um zukunftsfähig zu bleiben?
Hätte jemand Martin Scorsese vor zehn Jahren gefragt, ob er ein dreieinhalbstündiges Mafia-Epos, das Maßstäbe in Sachen Visual Effects setzt und ein horrendes Budget von 160 Millionen US-Dollar verschlingt, mit und für einen digitalen Streaming-Dienst und nicht mit einem der großen Hollywood-Studios produziert, der legendäre Regisseur hätte vermutlich ganz im Stile seiner patriarchalischen Figuren ein verächtliches Gesicht aufgesetzt. Dann kam 2017: Nach gescheiterten Verhandlungen mit mehreren Studios, die wegen der astronomischen Kosten alle ablehnten, sicherte sich Netflix die Produktionsrechte an "The Irishman".

Im November 2019 war es so weit: Zwei Wochen lang durften Kinos den Film mit den Grandseigneurs Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci exklusiv zeigen, dann folgte bereits der Launch beim weltweiten Streaming-Marktführer. Ausgerechnet Scorsese, dieser Cineast der alten Schule, der erst kürzlich über die erfolgreichen Marvel-Franchises sagte, sie seien viel mehr Vergnügungsparks als echtes Kino, geht einen Pakt mit dem Teufel ein. Deutlicher kann der Strukturwandel in der Filmbranche nicht beschrieben werden.
werbeweischer Kinosaal
© zVg.
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