Bilanz

Axel Springer macht weniger Umsatz und Gewinn

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Die Axel-Springer-Zentrale in Berlin
© Axel Springer
Die Axel-Springer-Zentrale in Berlin
Der Vorstand von Axel Springer hat im Rahmen einer Stellungnahme zum Delisting-Angebot seines neuen Hauptaktionärs KKR vorzeitig seine Kennzahlen für 2019 vorgelegt. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr leicht gesunken, auch das Ergebnis war rückläufig. In der Folge wird auch die Dividende wird gekürzt. 
So ist der Umsatz des Berliner Medienkonzerns im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 3,11 Milliarden Euro gesunken. Vor allem der Bereich News Media, zu dem die Bild- und die Welt-Gruppe gehören, musste einen Umsatzrückgang auf 1,43 Milliarden Euro hinnehmen. Im Vorjahr lag der Umsatz des klassischen Mediengeschäfts von Axel Springer noch bei 1,49 Milliarden Euro. Das Rubrikengeschäft (1,22 Mrd. Euro/+0,1 Prozent) und der Bereich Marketing Media, zu dem die werbefinanzierten Portale Idealo und Finanzen.net gehören (422 Mio. Euro/+0,8 Prozent) konnten den Rückgang im klassischen Mediengeschäft nicht ausgleichen. Springer führt den Umsatzrückgang auf Konsolidierungseffekte zurück - organisch hätten die Erlöse auf Vorjahresniveau gelegen. Die digitalen Erlöse haben 2019 insgesamt 73,3 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen. 


Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 14,5 Prozent auf 630,6 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sank sogar um 21,5 Prozent auf 414,5 Millionen Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss sank ebenfalls um 21,5 Prozent auf 263,7 Millionen Euro. 

"Wesentlich für den Rückgang sind Rückstellungen, die aufgrund der angekündigten umfangreichen Restukturierungsmaßnahmen im Subsegment News Media National gebildet wurden", heißt es in der Stellungnahme. Springer hatte im Herbst angekündigt, dass die Kosten bei Bild und Welt um 50 Millionen Euro sinken sollen - im Gegenzug werden in den kommenden drei Jahren 100 Millionen Euro investiert. Um mehr Mittel in Investitionen stecken zu können, wird auch die Dividende auf 1,16 Euro je Aktie gekürzt. Im Vorjahr wurde je Aktie noch 2,10 Euro ausgeschüttet. 


Für das laufende Jahr rechnet Springer mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und aufgrund höherer Investitionen mit einem Ergebnisrückgang im "niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich".  Die Finanzkennzahlen gehen aus einer Stellungnahme des Vorstands und Aufsichtsrat von Axel Springer zum öffentlichen Delisting-Angebot des Finanzinvestors KKR hervor, der im vergangenen Jahr rund 45 Prozent der Anteile (Stand: Februar 2020) an dem Medienkonzern erworben hat und Springer nun wie angekündigt von der Börse nehmen will. Springer will durch die strategische Kooperation mit KKR noch stärker im Digitalen wachsen. Der vollständige Geschäftsbericht und der Jahresabschluss von Axel Springer für 2019 werden am 11 März veröffentlicht. dh
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