Bilanz 2019

Umsatz der RTL Group steigt dank starkem Digitalgeschäft / TV-Geschäft schrumpft

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Thomas Rabe investiert massiv in die Streamingangebote von RTL
© Bertelsmann
Thomas Rabe investiert massiv in die Streamingangebote von RTL
Die RTL Group konnte ihren Umsatz im vergangenen Jahr trotz des schwierigen TV-Geschäfts ausbauen. Das Digital- und das Produktionsgeschäft wuchs, während die TV-Töchter schrumpften - auch in Deutschland. Das Hauptaugenmerk des TV-Konzerns liegt in den kommenden Jahren auf dem Streamingangeboten. 
Unter dem Strich wuchs der Umsatz der RTL Group im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 6,65 Milliarden Euro. Das organische Wachstum - bereinigt unter anderem um die Schließung des Fashion-Netzwerks StyleHaul - lag bei 3,2 Prozent. Die Digitalumsätze stiegen um knapp 9 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro und trugen damit 16,1 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sank um 1,3 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro, das Konzernergebnis stieg um 10,1 Prozent auf 864 Millionen Euro, wobei sich hier der Erlös aus dem Verkauf von Universum Film positiv bemerkbar machte. 


Der Umsatz der Mediengruppe RTL Deutschland sank um 1,8 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro. RTL betont aber, dass sich die Mediengruppe in Deutschland "auch dank der starken Marktposition des Cross-Media-Vermarkters Ad Alliance" besser entwickelt habe als der gesamte TV-Markt. Hauptwachstumstreiber der RTL Group war die Produktionsgesellschaft Fremantle, deren Umsatz vor allem dank der hohen Nachfrage nach fiktionalen Produktionen um 12,6 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro zulegte.

In diesem Jahr will RTL vor allem massiv in seine Streamingdienste investieren. Bis 2025 sollen jährlich rund 350 Millionen Euro in die Inhalte von TV Now und Videoland fließen. Damit will RTL in dem Zeitraum auf 5 bis 7 Millionen zahlende Abonnenten kommen - derzeit beläuft sich die Zahl hier auf 1,44 Millionen. Beim Umsatz mit den Streaming-Plattformen will der Konzern bis 2025 von derzeit 135 Millionen Euro auf mehr als eine halbe Milliarde Euro kommen. Spätestens dann soll auch die Gewinnschwelle erreicht sein. 


"Unsere Strategie basiert auf drei Prioritäten", erklärt RTL-Chef Thomas Rabe: "Erstens, die Stärkung unserer Kerngeschäfte – dazu zählen auch Konsolidierungsschritte unserer Senderfamilien. Zweitens, der Ausbau unserer Streamingdienste und unseres globalen Inhaltegeschäfts. Und drittens, der Ausbau von Allianzen und Partnerschaften in der europäischen Medienindustrie. Im Rahmen dieser Strategie setzen wir einen besonderen Fokus darauf, nationale Streaming-Champions in den Ländern zu werden, in denen die RTL Group führende Senderfamilien betreibt." 

Im laufenden Jahr werden die Investitionen aber erst mal weiter aufs Ergebnis drücken. So rechnet das Management um Konzernchef Thomas Rabe beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) in 2020 mit einem Rückgang von bis zu 7 Prozent. Rechnet man die geplanten Ausgaben für die Streaming-Dienste heraus, sollte sich das Ebita weitgehend stabil entwickeln, hieß es weiter. Den Umsatz will RTL dabei aus eigener Kraft um 2 bis 3 Prozent steigern. Der Ausblick beinhaltet bislang noch keine Folgen der Coronavirus-Pandemie. Es habe aber bereits erste Stornierungen für Werbebuchungen und Auswirkungen auf Produktionen gegeben. dh/dpa
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