Bieterschlacht

Comcast übertrumpft Fox mit höherem Angebot für TV-Sender Sky

Das Ringen um Sky - hier die Deutschlandzentrale in Unterföhring - geht weiter
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Das Ringen um Sky - hier die Deutschlandzentrale in Unterföhring - geht weiter
Im Wettbieten um die britische Sendergruppe Sky will der US-Kabelriese Comcast mit einer erhöhten Offerte Rupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox ausstechen. Comcast hob sein Angebot nach Angaben vom Mittwochabend (Ortszeit) von 12,5 auf nun 14,75 britische Pfund in bar pro Sky-Aktie an. Damit werde Sky insgesamt mit rund 26 Milliarden Pfund (29,4 Mrd Euro) bewertet. Comcast überbietet so den Mitbewerber Fox, der seine Offerte kurz zuvor von 10,75 auf 14 Pfund je Aktie erhöht hatte, womit Sky auf 24,5 Milliarden Pfund (27,7 Mrd Euro) taxiert würde.

Der Bieterkampf der US-Unternehmen nimmt somit richtig Fahrt auf. Murdochs Fox-Imperium hatte das erste Angebot für Sky bereits im Dezember 2016 abgegeben, Comcast grätschte im April mit einer höheren Offerte dazwischen. Fox besitzt bereits 39 Prozent an Sky und bemüht sich schon lange um eine Komplettübernahme. Allerdings stieß dieser Plan auf Widerstand der britischen Aufsichtsbehörden. Sie fürchten, dass der Murdoch-Clan zu viel Einfluss auf die Medienlandschaft bekommen könnte. An diesem Donnerstag will die Regierung bekanntgeben, ob sie eine Übernahme genehmigen würde. 


Fox selbst ist derzeit ebenfalls Gegenstand eines Übernahmepokers: So bieten der US-Entertainment-Riese Walt Disney und auch Comcast für große Teile des Konzerns von Medienmogul Murdoch. Dass das Übernahmekarussell in der Unterhaltungsbranche derart in Fahrt ist, liegt auch daran, dass sich die etablierten Branchengrößen mit hohen Investitionen im boomenden Streamingmarkt positionieren wollen. Dort verbuchen Online-Dienste wie Netflix seit Jahren massiven Zulauf und bedrohen zunehmend das Stammgeschäft mit Kabelkunden. dpa



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