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Mathias Döpfner bleibt vier weitere Jahre Präsident der Zeitungsverleger

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Mathias Döpfner, der alte und der neue Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)
© Max Threlfall
Mathias Döpfner, der alte und der neue Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)
Gut zwei Stunden nach Beginn der Delegiertenversammlung stand das Ergebnis fest. Mathias Döpfner, seit 2016 Präsident des BDZV, wird dieses Amt auch in den nächsten vier Jahren ausüben. Bestätigt wurden ebenso die weiteren Mitglieder des Präsidiums.
Der Ort, an dem der BDZV am Montagnachmittag die Delegiertenversammlung abhielt, Corona-bedingt freilich als hybrides Digital-Event, war passend gewählt. Die Bolle-Festsäle in Moabit zeugen vom ersten bedeutenden Wirtschaftsaufschwung Berlins. Entstanden sind sie zwar im Schatten des Industriezeitalters, das auch den Zeitungsdruck erblühen ließ. Die Säle atmen aber noch immer jenen Gründergeist, den die Zeitungsverleger so dringend benötigen wie den nächsten Wirtschaftsaufschwung.


Entsprechend waren Haushaltsfragen ebenso ein Thema wie medienpolitische Fragen, etwa zum Leistungsschutzrecht, und natürlich die von der Politik in Aussicht gestellte staatliche Presseförderung. Vor allem die Verleger kleinerer Häuser scheinen es gar nicht abwarten zu können, den mit 220 Millionen Euro gefüllten Topf anzuzapfen. Stimmen, die die Unabhängigkeit von staatlichen Geldern anmahnten, wurden laut. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Ergebnisse des Arbeitskreises Digital sowie die Zeitungsmarktforschung ZMG. Und dann war da noch die Wahl des BDZV-Präsidiums.

Mathias Döpfner, seit 2016 als Nachfolger von Helmut Heinen Präsident des Verbands, kandidierte, wie erwartet, erneut. Vor vier Jahren hatte er versprochen, den BDZV stärker als zuvor für die Digitalisierung zu öffnen. "Der BDZV ist die Stimme aller Verleger – Print wie digital," sagte er damals und rang den Delegierten das Versprechen ab, sich klar zur Entwicklung und Verbreitung von digitalem Journalismus zu bekennen. Am Ende erhielt er 69 Ja-Stimmen. Mit Nein votierte kein einziger Delegierter.


Inzwischen steht das D in der Abkürzung BDZV nicht mehr für "deutsche" Zeitungsverleger, sondern für "Digitalpublisher" und Zeitungsverleger. Es liegt nun an den Landesverbänden, neue Mitglieder anzuwerben, die nicht aus dem traditionellen Printgeschäft kommen.

Am Ende der Delegiertenversammlung am Montagnachmittag war der Springer-Chef in seinem Amt bestätigt. Gegenstimmen gab es auch diesmal keine, trotz geheimer Wahl. Hinterher sagte Döpfner, die digitale Transformation der gesamten Branche so zu gestalten, dass die Vielfalt und Relevanz der deutschen Zeitungslandschaft erhalten bleibt, sei auch in seiner zweiten Amtszeit die größte Herausforderung: "In den vergangenen vier Jahren haben wir gemeinsam viel bewegt. Das macht mich zuversichtlich, dass wir als Branche auch in Zukunft erfolgreich sein können. Publizistisch und wirtschaftlich."

Das neue und das alte BDZV-Präsidium: Hans Georg Schnücker, Thomas Düffert, Valdo Lehari jr., Mathias Döpfner, Christian DuMont Schütte (v.l.n.r.)
© BDZV
Das neue und das alte BDZV-Präsidium: Hans Georg Schnücker, Thomas Düffert, Valdo Lehari jr., Mathias Döpfner, Christian DuMont Schütte (v.l.n.r.)
Als Vizepräsidenten ebenfalls im Amt bestätigt wurden Madsack-CEO Thomas Düffert, DuMont-Aufsichtsratschef Christian DuMont Schütte, Valdo Lehari jr. vom Reutlinger General-Anzeiger und Vorsitzender des Verbandes Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) sowie Hans Georg Schnücker, Herausgeber der Verlagsgruppe Rhein-Main in Mainz. usi
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