B4P Trends

Auch jüngere Onlinenutzer misstrauen Facebook und Co als Nachrichtenquelle

Viele misstrauen Facebook
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Viele misstrauen Facebook
The Medium is the Message: Fast zwei Drittel der deutschen Onlinenutzer vertrauen laut der Verlagsstudie B4P den Infos in den hiesigen Medien. Für News aus Politik und Gesellschaft dienen die klassischen Kanäle als Hauptinformationsquelle. Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube dagegen halten nur wenige User für glaubwürdig – sogar unter den Jüngeren.

Die etablierten Medienkanäle dienen den meisten Internetnutzern als Hauptinformationsquelle für aktuelle politische oder gesellschaftliche Nachrichten, so die Studie. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen (67 Prozent Zustimmung) und Radio (59 Prozent) stehen an der Spitze, gefolgt von den Websites bekannter Medienmarken aus Rundfunk und Print (48). Private TV-Sender (43) und Tageszeitungen (41) rangieren fast gleichauf – noch vor den sozialen Medien (35). Nur bei den Unter-30-Jährigen bezieht mehr als jeder Zweite seine aktuellen Infos nahezu gleich oft von Presse-Websites (54) und Social-Media-Plattformen (52).



Das ist das Ergebnis der aktuellen Sonderuntersuchung der Markt-Media-Studie Best for Planning („B4P Trends“) der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK), hinter der die Großverlage Axel Springer, Bauer, Burda, Funke und G+J stehen. Befragt wurden Ende März bis Anfang April 1019 Onlinenutzer in Deutschland, die laut GIK die hiesige Online-Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren repräsentieren. Fast zwei Drittel (62 Prozent) von ihnen schenken den Informationen in den deutschen Medien grundsätzlich Glauben.

Bei der Glaubwürdigkeit von Nachrichten trennen die User noch stärker zwischen Spreu und Weizen: Das größte Vertrauen genießen laut B4P Trends die Radiosender (83 Prozent Zustimmung), Nachrichten-Websites etablierter Medienmarken (81 Prozent), öffentlich-rechtliche TV-Sender (80) sowie Tageszeitungen (79) und Nachrichtenmagazine (73). Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube halten nur 25 Prozent der Befragten für glaubwürdig. Selbst die Unter-30-Jährigen zweifeln trotz intensiverer Nutzung laut Studie an der Glaubwürdigkeit sozialer Medien bezüglich aktueller Nachrichten: Nur 26 Prozent – und damit fast so wenige wie bei den Über-50-Jährigen (23) – halten diese Quellen für glaubwürdig. Influencern (Bloggern, Youtubern) glauben insgesamt nur 19 Prozent.


„Angesichts zunehmender Fake-News-Debatten halten es fast alle Befragten (94 Prozent) für ratsam, bei der Information über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen mehrere Quellen zu nutzen“, schreiben die B4P-Autoren. Zudem sei die Herkunft der News relevant: Acht von zehn Onlinenutzern prüften diese, um Rückschlüsse auf deren Wahrheitsgehalt zu ziehen. Und 84 Prozent der Befragten gehen davon aus, „dass Informationen aus etablierten journalistischen Medien vor der Veröffentlichung auf Wahrhaftigkeit geprüft worden“ seien.

Wie die Studie auch nahelegt, hängt die Glaubwürdigkeit von Medien vom Bildungsgrad und der Herkunft der Befragten ab. Grundsätzlich gelte: Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Vertrauen wird etablierten Medien geschenkt. Und Probanden aus den alten Bundesländern zeigten ein deutlich höheres Medienvertrauen (64 Prozent) als jene aus Ostdeutschland (53). rp

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