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Bild-Chefredakteur sortiert Führungsteam neu

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© Peter Müller/Axel Springer
Florian von Heintze steigt auf, Martin Heidemanns steigt aus – und Filipp Piatov verantwortet beim Boulevardtitel Bild künftig ressortübergreifend Meinung und Debatte. Das teilte Chefredakteur Julian Reichelt am Montag der Redaktion mit.
Offiziell meldete Axel Springer am Montag lediglich den Aufstieg von Florian von Heintze. Er war seit 2004 Mitglied der Chefredaktion und stellvertretender Chefredakteur bei Bild und ist dort ab sofort direkter Stellvertreter des Chefredakteurs. In dieser Funktion wird er zuständig sein für die Zeitung und damit die Aufgabe übernehmen, die vor ihrem Wechsel an die Spitze von Bild am Sonntag Alexandra Würzbach hatte.


Ein „journalistisches Urgestein bei Bild“ nennt Reichelt den 59-jährigen von Heintze, der bei Springer 1981 als Volontär einstieg, später für Bunte arbeitete, danach Chefredakteur der damals noch bei Springer erscheinenden Fernsehzeitschriften war und zwischenzeitlich auch mal an der Spitze der B.Z.-Redaktion stand.

Weitere Stellvertreter neben von Heintze bleiben Daniel Böcking, 42, für Bild Digital und Christian Stenzel, 36, als „Chief of Staff“.


Was Springer in der offiziellen Pressemitteilung nicht schreibt, Reichelt der Redaktion jedoch ebenfalls am Montag mitteilte: Künftig wird es bei Bild einen Verantwortlichen für Debatte und Meinung geben. Besetzt hat er diesen neuen Posten mit Filipp Piatov. Der 28-Jährige ist bei Bild seit 2017 Redakteur im Politikressort. Seine neue Aufgabe soll sein, ressortübergreifend Debattenthemen aufzugreifen und sie über alle Plattformen hinweg zu koordinieren und weiterzuentwickeln, bestätigt Springer.

Nicht kommentieren will das Haus eine weitere Personalie. Sie betrifft Martin Heidemanns, ehemals unter anderem Unterhaltungschef, Mitglied der Chefredaktion und mit Nikolaus Harbusch Autor des Buches „Die Affäre Wulff“. Heidemanns und Bild gehen fortan dem Vernehmen nach getrennte Wege.

Julian Reichelt
© Björn-Arne Eisermann
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In einer Mail, die HORIZONT vorliegt, schwört der Chefredakteur sein Team auf das neue Jahr ein. 2020 sei für ihn nicht weniger als der Beginn einer Dekade emotionaler Live-News, schreibt er - und Bild der Profiteur. Bild TV Live Digital soll „Deutschlands erster User Generated Channel“ werden, ein „Sender der Zuschauer“, der sich nach drei Jahren zu mehr als der Hälfte aus Inhalten der Nutzer speist.

Die Personalien sind im Zusammenhang mit dem anstehenden Sparkurs bei Axel Springer zu sehen. Konzernweit sollen die Kosten um 50 Millionen Euro gesenkt werden, davon allein werden 20 Millionen Euro bei Bild gestrichen. An diesem Montag startete das „Projekt Herkules“ titulierte Abfindungsprogramm. Bereits ausgeschieden sind im Zuge der Fusion von Bild und Bild am Sonntag die frühere BamS-Chefin Marion Horn und das dreiköpfige Investigativ-Team um Kayhan Özgenc (jetzt Business Insider) sowie bei Bild Politikchef Nikolaus Blome und Frank Schmiechen, der nach seiner Zeit bei Welt Kompakt und Gründerszene zuletzt ebenfalls Mitglied der Bild-Chefredaktion war. usi
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