ARD-Vorsitzender Wilhelm

Öffentlich-Rechtlicher Nachrichtensender ist Sache des Gesetzgebers

BR-Intendant Ulrich Wilhelm
BR-Intendant Ulrich Wilhelm
Die Entscheidung über einen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal liegt aus Sicht der ARD nicht in der Hand der öffentlich-rechtlichen Sender. "Es ist letztlich eine Sache des Gesetzgebers", sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm am Mittwoch in Hamburg zum Abschluss einer Intendantensitzung.

Zuletzt seien ähnliche Bemühungen vom Gesetzgeber abgelehnt worden. So seien ein Spartenkanal für Sport und eben auch ein öffentlich-rechtlicher Nachrichtenkanal für nicht nötig erachtet worden. "Natürlich hätten wir im Prinzip die Kraft und auch die Erklärkompetenz, größere Leistungen permanent zu stemmen", sagte Wilhelm. "Aber hier ist die Entscheidung des Gesetzgebers zu respektieren." 



Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) teilte am Mittwoch mit, er sehe in der Forderung nach einem öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal einen sinnvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Rundfunksystems. Kritiker der Berichterstattung über den Brand in der Kathedrale Notre-Dame in Paris - darunter NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der ehemalige ARD-Chefredakteur Ulrich Deppendorf - bemängelten, ARD und ZDF seien in das Thema nicht schnell und umfangreich genug eingestiegen. "Ich schließe mich hier keiner Kollegenschelte an, fordere aber, aus der Senderstruktur konstruktive Konsequenzen zu ziehen", so der DJV-Bundesvorsitzende, Frank Überall. 

Wie schnell und in welchem Umfang über herausragende zeitgeschichtliche Ereignisse berichtet werde, dürfe nicht davon abhängen, ob und wie schnell Intendanten und Chefredakteure der ARD-Anstalten Konsens erzielten. "Mit solchen Strukturen lässt sich Erzählfernsehen betreiben, aber nicht ein interessantes und aktuelles Nachrichtenangebot liefern", teilte Überall mit. dpa


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