Anzeigenblätter

Staat soll Zustellkosten wegen Corona übernehmen

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Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter fordert staatliche Hilfen
© Manfred Richter auf Pixabay
Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter fordert staatliche Hilfen
Verleger von Anzeigenblättern in Deutschland fordern vom Staat die komplette Übernahme der Zeitungszustellkosten in Corona-Zeiten. "Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben die Verlage kaum mehr Einnahmen. Viele Verlage verzeichneten in den vergangenen Wochen Verluste bei Werbeeinnahmen von 80 bis 90 Prozent", teilte der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) am Dienstag in Berlin mit.
Der Staat müsse mit einer Soforthilfe für die Zustellkosten schnell und unbürokratisch eintreten. "Da sich kostenlose Wochenzeitungen ausschließlich über Werbeeinnahmen finanzieren, haben sie keine Möglichkeit, diese dramatischen Umsatzrückgänge zu kompensieren", sagte BVDA-Hauptgeschäftsführer Jörg Eggers. Wenn Verlage nicht mehr in der Lage wären, die Zustellung aufrecht zu erhalten, würden viele der rund 200.000 angestellten Zustell-Mitarbeiter in die Grundsicherung abrutschen, hieß es weiter. Bei der Mehrheit der Zusteller handele es sich um geringfügig Beschäftigte. 


Der Verband vertritt rund 200 Verlage in Deutschland mit fast 900 Anzeigenblatt-Titeln. Die Mitglieder decken rund 75 Prozent der bundesweiten Gesamtauflage ab. 

Im November hatte der Bundestag beschlossen, in die Förderung der Zustellung von Tageszeitungen und Anzeigenblättern einzusteigen. Für 2020 ist eine Förderung von 40 Millionen Euro vorgesehen. Hintergrund sind seit Jahren sinkende Auflagen der gedruckten Zeitungen, und Verlage beklagen gestiegene Kosten. Ein konkretes Konzept, wie das Geld verteilt werden soll, ist bislang noch nicht bekannt. Erst dann kann die Förderung erfolgen. dpa
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