AGF-Studie

Jeder dritte Deutsche nutzt Video-On-Demand-Dienste

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Video-on-Demand-Dienste wie Netflix sind weiter auf dem Vormarsch
© Netflix
Video-on-Demand-Dienste wie Netflix sind weiter auf dem Vormarsch
Die Nutzung von Video-on-Demand-Diensten ist weiter auf dem Vormarsch. Aktuell nutzt schon mehr als jeder dritte Deutsche ab 14 Jahren ein kostenpflichtiges VoD-Angebot wie Netflix oder Amazon Prime Video. Das geht aus der Studie "TV-Plattform 2020-I" der AGF Videoforschung hervor. Disney+ gehört drei Monate nach dem Start bereits zu den Top-5-VoD-Diensten. 
Aktuell nutzen 36,3 Prozent der Befragten einen kostenpflichtigen Video-on-Demand-Dienst - bei der letzten Befragung im Herbst 2019 waren es noch 32,4 Prozent. Die mit Abstand beliebtesten Dienste sind die US-Riesen Netflix und Amazon Prime Video: 27,6 Prozent haben ein Netflix-Abo, jeder Fünfte (19,9 Prozent) nutzt Prime Video. Der Sport-Streamingdienst DAZN kommt auf 3,1 Prozent, Sky Ticket auf 1,7 Prozent und Disney+ belegt mit 1,5 Prozent drei Monate nach dem Start Platz 5. 
© AGF
Klassische Pay-TV-Angebote werden von 15 Prozent der Befragten genutzt. "Pay-TV bleibt damit seit mehreren Erhebungswellen auf einem sehr stabilen Niveau", sagt Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF. 


Zunehmend beliebt sind auch die kostenlosen Online-Angebote der klassischen TV-Sender. 29,1 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen vier Wochen die Mediathek eines Fernsehsenders genutzt zu haben. Youtube wird sogar von jedem Zweiten genutzt. 

Getrieben wird die Entwicklung auch durch die zunehmende Verbreitung internetfähiger Fernsehgeräte: Aktuell verfügen 43,9 Prozent der Haushalte über einen Smart-TV. Bei der letzten Befragung im Herbst 2019 waren es erst 36 Prozent. Wer sich erst einmal an die Nutzung von Online-Inhalten auf dem großen Schirm gewöhnt hat, mag ihn nicht mehr missen: So schauen 76,2 der Netflix-Nutzer ihre Lieblingsserien am liebsten auf dem Fernseher, bei Prime Video sind es sogar knapp 79 Prozent. Youtube wird dagegen eher auf dem Smartphone (67,3 Prozent) als auf dem Smart-TV (28,0 Prozent) genutzt. 


"Das TV-Gerät - oder der Big Screen - ist und bleibt nach wie vor der für die Nutzer attraktivste Screen, um relevante Inhalte zu nutzen", erläutert Kerstin Niederauer-Kopf. "Hochwertige Video-Angebote generieren durch die Nutzung über den Big Screen eine Lean-Back-Situation, die für lineares TV bereits als hinreichend belegt gelten kann. Diese positive Rezeptionssituation zahlt sich offensichtlich auch für diejenigen Inhalteanbieter aus, die ihren hochwertigen Content über entsprechende Vertriebskanäle breit distribuieren." 

Für die Plattformstudie der AGF 
befragt das Marktforschungsinstitut Kantar zweimal im Jahr rund 2.500 Teilnehmer aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren in TV-Haushalten. In diesem Jahr fiel die Feldzeit teilweise mit dem Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland zusammen. Dadurch konnten lediglich circa 1.700 Personen befragt werden. Die für die Studie übliche Begehung der Haushalte erfolgte in Teilen abgewandelt via CATI, um den Kontaktbeschränkungen entsprechen zu können. dh
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