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So reagieren Verleger und Politiker auf Turners Vorschlag

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Sebastian Turner kritisiert: Staatlich subventionierte Zustellung von Papier-Zeitungen bringe keinen einzigen neuen Leser
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Sebastian Turner kritisiert: Staatlich subventionierte Zustellung von Papier-Zeitungen bringe keinen einzigen neuen Leser
Der Tagesspiegel-Miteigentümer hält nichts von staatlich subventionierter Zustellung von Papierzeitungen. Er meint, das verlängere nur das Siechtum überkommener Strukturen. Sein Gegenvorschlag: steuerlich begünstigte Firmen-Gutscheine, mit denen Arbeitnehmer lokaljournalistische Medien beziehen, sei es eine Zeitung, sei es ein digitales Angebot. Eine gute Idee, sagen die einen – um Himmels willen, die anderen.
Manchmal stöhnen sie beim Tagesspiegel. Seitdem Sebastian Turner Miteigentümer und Herausgeber der Zeitung ist, kommt er ständig mit neuen Ideen um die Ecke. Umgekehrt, wenn Turner die Dinge beim Tagesspiegel zu lange dauern, schiebt er eben woanders Neues mit an. Jüngstes Beispiel ist Rums, an dem er beteiligt ist. Der tägliche Newsletter will in Münster eine journalistische Lücke schließen, die die etablierten Lokalmedien nicht abdecken.

Vorige Woche ging Turner erneut mit einer Idee an die Öffentlichkeit. Auf der Webseite des Spiegels schrieb er einen Gastbeitrag, in dem er die vom Bundestag beschlossenen Subventionen für die Zeitungszustellung als den falschen Weg beschrieb, um Journalismus zu erhalten.

Seine Kritik hängt er daran auf, dass staatliche Zuwendungen immer die Unabhängigkeit der Presse gefährden, mögen die die Verlage noch so oft betonen, dass der Zustellapparat weit genug von der redaktionellen Arbeit entfernt sei, um diesen Verdacht erst gar nicht aufkommen zu lassen. Das ist aber nicht Turners alleinige Kritik: Zum einen, sagt er, bringe die Zustellförderung keinen einzigen neuen Leser, zum anderen konserviere sie Strukturen des vergangenen Jahrhunderts, indem sie einen Zustellapparat aufrechterhält für ein Produkt, das immer weniger Menschen wollen:

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