Zeitungsvermarktung

Score Media vermeldet Umsatzplus von 20 Prozent - kein Personalproblem

Optimistisches Duo: COO Judith Sterl und CEO Heiko Genzlinger führen Score Media
© Score Media / HORIZONT
Optimistisches Duo: COO Judith Sterl und CEO Heiko Genzlinger führen Score Media
Mit Chief Revenue Officer Christian Zimmer hat Score Media Anfang dieses Jahres einen seiner hochrangigsten Manager verloren. Auch Sven Holsten, der mit der NBRZ zum Zeitungsvermarkter gekommen war, ist schon wieder weg. Was ist los beim jüngsten und vielleicht ambitioniertesten Unternehmen der Branche?

Viel, sagt CEO Heiko Genzlinger – und nennt eine erste Zahl für 2018: "Im Jahresvergleich verzeichnen wir für das 1. Quartal ein Umsatzwachstum von knapp 20 Prozent, getrieben hauptsächlich über Neukunden." Da das Jahr gut angelaufen sei, ist man derzeit auch nicht auf der Suche nach einem Nachfolger für den ausgeschiedenen Chief Revenue Officer Zimmer. Im Gegenteil: Schon vor dessen Abschied im Januar absolvierte Genzlinger die meisten Termine selbst.


Klar ist aber auch: Die Gerüchteküche läuft heiß, spätestens seit Bekanntwerden der jüngsten Abgänge. Vor allem die Personalie Zimmer überraschte. Der 49-Jährige, der im Juli bei dem Beratungsunternehmen Ebiquity einsteigt, gehörte neben CEO Genzlinger und COO Judith Sterl zum Gründungsteam von Score Media. Seine auf Agenturseite - der Kommunikationswirt war lange bei Omnicom Media, mit Abstechern zu Aegis und Mediacom - geknüpften Kontakte schienen ein Segen für den Verkauf von Werbeplätzen in einer Gattung, die bei den Agenturen nicht gerade als Vorreiter in Sachen Innovation und Sexyness wahrgenommen wird. 


Doch die Realität strafte den Hoffnungsträger schnell ab. Bei Score Media, das sowohl in München als auch in der Agenturstadt Düsseldorf Standorte unterhält, hat man sich wohl zu viel von Zimmers Kontakten versprochen beziehungsweise unterschätzt, dass der Wechsel von Agentur- auf Vermarkterseite auch eine  andere Verhandlungsposition mit sich bringt. Parallel dazu gab es auch auf der Verlagsseite Probleme, vor allem mit den Verlags- und Anzeigenleitern, die – nach wie vor an hierarchische Strukturen gewöhnt – lieber ausschließlich mit dem CEO von Score Media gesprochen hätten als mit dessen Chief Revenue Officer.

Die andere Personalie, die für Gesprächsstoff sorgt, ist die von Sven Holsten. Wie erst Anfang dieses Monats bekanntgeworden ist, kehrte der frühere NBRZ-Geschäftsführer Score Media bereits im November den Rücken zu. Anders als die Zusammenarbeit mit CRO Zimmer stand das Verhältnis zu Holsten von Anfang an unter keinem guten Stern. Mit seiner Gründung integrierte Score Media relativ zügig und kompromisslos sowohl die NBRZ als auch den kleineren Premiumvermarkter Medienhaus Deutschland (MHD). Mit der durch diesen Ansatz zwangsläufig verbundenen Entthronung gingen die einstigen Chefs der bisherigen Zeitungsvermarkter unterschiedlich um: MHD-Mann Matthias Schönwandt schloss sich Axel Springers Media Impact und damit der Konkurrenz an, weil er sich erst gar nicht mit Score Media einigen konnte.

NBRZ-Kollege Holsten wiederum setzte auf den Neuanfang – obwohl für ihn als Leiter des Vertical Sales Teams nur ein Platz auf der zweiten Führungsebene, nicht in der Geschäftsführung herausgesprungen war. Es kriselte von Anfang an, aber das war ja fast zu erwarten. In der Praxis seien die teils patriarchalischen Arbeitsmethoden aus NBRZ-Zeiten nicht kompatibel mit der neuen Online-Denke der früheren  Yahoo-Manager Genzlinger und Sterl gewesen, ist zu hören. Holsten hat sich gegenüber HORIZONT bislang nicht zu den Gründen seines Ausscheidens geäußert.

Währenddessen herrscht bei Score Media selbst Gelassenheit - und auch das Feedback der Mediaagenturen, mit denen HORIZONT gesprochen hat, fällt durchweg positiv aus. Die Zusammenarbeit funktioniere reibungslos. Die Teams in München und Düsseldorf seien extrem bemüht, auch kurzfristige Buchungsanfragen nach Wunsch des Kunden zu verwirklichen. "Wir hatten schon oft den Fall, dass das Unmögliche plötzlich möglich war", sagt ein Planer. kan 

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